5. Etappe: Sankt-Peterburg – Moskwa

Die Tage in dieser schönen Stadt vergehen viel zu schnell. Wir spazieren viel herum, probieren georgisches Essen und russische Sushi-Varianten und genießen die Atmosphäre. Besonders nett ist Oleg, dessen Familie wir im Zug kennen gelernt hatten, der uns eine Weile in der Stadt herum führt und interessante Details erzählen kann. So erfahren wir, dass die finnische Kirche zu Sowjetzeiten als Schwimmbad genutzt wurde.

Doch schließlich heißt es Abschied nehmen von all dem, unser Nachtzug wartet am trubeligen Moskauer Bahnhof. Wir haben Tickets im Doppeldecker-Schlafwagen gebucht; jeweils vier Reisende teilen sich ein Abteil mit je zwei Stockbetten. Auch aufgrund des (inoffiziellen) Feiertages der Luftlandetruppen sind viele junge feiernde Menschen mit dabei; Gruppenfotos werden gemacht, Musik gehört – wir können trotzdem schlafen.

Am frühen Morgen werden wir vom Zugbegleiter geweckt, bekommen Tee serviert und können, circa eine Stunde vor Ankunft, bereits die Wohngebiete der Außenbezirke bestaunen. Riesige Hochhaussiedlungen reihen sich aneinander, dazwischen mal ein Kraftwerk, mal ein paar hundert Wellblechschuppen. Plötzlich hält der Zug und wir sind angekommen.

Moskau, Leningrader Bahnhof.

Peterhof und Plattenbauten

Im Grunde ist ja diese ganze Stadt ein einziges großes Museum voller Sehenswürdigkeiten, aber ein wenig Sightseeing muss dann doch auch sein. Wir entschließen uns trotz durchwachsenem Wetter für einen Ausflug zum ehemaligen Residenzschloss Peterhof, um durch Parkanlagen flanierend raffinierte Wasserkaskaden und Springbrunnen zu bewundern.

Wir beschließen zumindest für die Hinfahrt ein Schnellboot zu besteigen. Die in russischer Sprache vorgetragene Verkaufsveranstaltung ignorieren wir geflissentlich und bestaunen lieber die ausgedehnten Hochhaussiedlungen, die sich vor den Toren der Stadt ausbreiten.

An der Parkanlage angekommen weiß diese auch wirklich zu begeistern, allerdings mag ich mir den Füllegrad an einem sonnigen Wochenende gar nicht erst vorstellen. Selbst abseits der großen Wege begegnen uns ständig Reisegruppen. Erst ein kräftiger Regenguss zerstreut die Menschenmassen, und es haben gezähmte Eichhörnchen und sie verfolgende Krähen ihren Auftritt.

Den Rückweg legen wir bis zur ersten Metrostation mit dem Stadtbus zurück. Das dauert zwar ein wenig länger als der Minibus, ist dafür aber günstiger und man hat mehr Zeit, die wechselnden Plattenbaustile der letzten 40 Jahre zu bewundern.

Das um die Station Avtovo befindliche Prospekt Stachek erinnert frappierend an die Berliner Stalinallee und wurde auch um die selbe Zeit herum erbaut. Irgendwann scheint hier die Stadt auch mal zu Ende gewesen zu sein – was besonders die Pendler zu spüren bekommen, die jeden Tag an einem Bahnübergang an den Güterrangiergleisen warten müssen. Diese schmutzige Industrieromantik ist ein willkommener Kontrast zu der zwar wunderschönen, aber doch recht kitschigen Ästhetik des Peterhofes.

Sankt Petersburg

Im Bahnhof brauchen wir erst mal einen Kaffee, um uns ein wenig an schon wieder ein neues Land zu gewöhnen; der pompöse Bau von 1837, die kyrilische Schrift und der Fakt, dass wir die Wegbeschreibung zum Soul Kitchen Hostel nicht ausgedruckt haben tragen zur Nervosität weiter bei. Zum Glück fällt mir der doch recht einfache Weg nach einem Blick auf den Stadtplan wieder ein. Eine kurze Fahrt mit der Metro und 15 Minuten zu Fuß später werden wir bereits sehr herzlich am Empfang begrüßt.

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3. Etappe: Vilnius – Riga

Die Nacht in einem Reisebus zu verbringen ist weit weniger erholsam als gedacht. Auch dass sich der gewählte Ausstieg „Vilnius City Centre (Panorama)“, an dem wir schlaftrunken aus dem Bus geworfen werden, ein paar Kilometer von eben jenem entfernt befindet, trägt nicht gerade zum Wohlempfinden bei. Es benötigt der Fahrt in einem 60er-Jahre-Trolleybus, der Abgabe unserer Rucksäcke an der zentralen Busstation und eines kleinen Nickerchens im Park zwischen Bahnhof und McDonald’s bevor wir den sonnigen Tag in der litauischen Hauptstadt genießen können.

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Kaiserlicher U-Boot-Bunker zu Berlin

Das neue Berliner Schloss ist ja nun im Rohbau fertig.

Ich weiß jetzt gar nicht, ob der Kaiserliche U-Boot-Bunker zu Berlin auch wieder vollständig hergestellt wird? Da ist ja, wie auf dem Bild unten mittig zu erkennen, nur noch der geheime Eingang am KupfergrabenSpreekanal erhalten geblieben.

Schließlich ist die Anlage nicht minder geschichtsträchtig! Hier war es, wo Kaiser Wilhelm II am 9. November 1918 die Flucht antrat, um über den Seeweg sein Exil in den Niederlanden anzutreten.

Update: da denkt man sich irgendwelchen Quatsch aus, und dann stimmt das auch noch mehr als man glauben mag. Laut Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin war das tatsächlich ein Yachthafen, und es gibt auch ein Bild von den Bauarbeiten im Jahr 1896, welches ich mit dessen freundlicher Genehmigung hier abbilden darf:

Copyright: WSA Berlin (www.wsa-berlin.wsv.de)

Correctiv berichtet über das Massaker von Andischan

Das von mir hoch geschätzte „gemeinnützige Recherchebüro“ Correctiv hat einen Bericht über das Massaker von Andischan in Usbekistan im Jahr 2005 online gestellt, und welche Aufklärung es im Anschluss vor allem nicht gegeben hat, auch nicht von Ländern der EU.

Die Mauersegler sind da

Über die Ankunft der kreischenden Mauersegler freue ich mich jedes Jahr aufs Neue, denn spätestens dann ist klar, dass der Sommer da ist. An vergangenen Wochenende war es so weit, und man konnte sie durch die engen Straßen von Rixdorf fliegen sehen und hören.

Aufgrund ihrer Körperform werden sie ja oft für Schwalben gehalten. Diese haben aber keinen schwarzen, sondern einen hellen Bauch, und fliegen und klingen anders.

Faszinierend finde ich aber vor allem, dass sie die meiste Zeit ihres Lebens fliegend in der Luft verbringen, wenn sie nicht gerade brüten. Essen, schlafen, spielen, balzen, kopulieren – alles im Flug.

Mehr dazu in der Wikipedia, Artikelbild von Wikimedia Commons, User Keta, lizensiert unter CC-BY-SA 2.5.

 

 

Wasserflaschensammler

Wer sich schon mal gefragt hat, wer im Kanal schwimmende Pfandflaschen, am Ufer liegende Papiertaschentücher und anderen Unrat in und an Berliner Gewässern einsammelt – da kommt dieses PS-Monster vorbeigetuckert, navigiert zielgenau mit lautem Motorbrüllen und schnappt mit Greifer oder Käscher zu.

20 letters into the future