AKW Grafenrheinfeld abgeschaltet

Am vergangenen Samstag war es nach 33 Jahren endlich so weit, und das AKW Grafenrheinfeld wurde abgeschaltet. Da ich nur wenige Kilometer von dort aufwuchs, hat es einen großen Teil meiner Kindheit und Jugend geprägt.

So waren es nach der Rückkehr von einem Verwandtschaftsbesuch nicht etwa ein Kirchturm, ein Fluss oder ein markanter Berg der vom Ende der Reise kündete, sondern die weithin sichtbaren Kühltürme.

Schon als Kinder demonstrierten wir mit unseren Eltern gegen diesen Wahnsinn, wofür man so einiges an nicht immer sehr sachlich vorgetragener Kritik ertragen musste. Schließlich hingen viele Arbeitsplätze am Atomkraftwerk. Erst nach der Katastrophe von Tschernobyl verstummten diese Stimmen, war man kein Spinner mehr, aber sie nahmen das AKW zumeist weiter hin. Die Genugtuung darüber war so bitter wie kurz. Wodurch die seltsam gehäuften Krebsfälle im privaten wie schulischen Umfeld letztlich verursacht wurden, kann natürlich nie jemand feststellen.

Pflichtlektüre zu dieser Zeit wurde natürlich auch Die Wolke von Gudrun Pausewang, in der sie das Szenario eines GAUs in Grafenrheinfeld beschreibt.

Von meinem letzten Zimmer in der Gegend nahm ich obiges Photo auf. Im Sommer konnte ich fast jeden Tag die rot gleißende Sonne zwischen den Türmen untergehen sehen, und immer nur hoffen, dass es bei romantischer Sonnenstrahlung bleiben würde.

Damals wie heute gilt: Alle Atomanlagen abschalten, weltweit!

 

6 Gedanken zu „AKW Grafenrheinfeld abgeschaltet“

  1. Ein grosser Tag fürwahr. Der Blick aus meinem Kinderzimmer auf Ra’feld war ähnlich und nicht erst nach The Day After hatte ich so manchen Albtraum (damals natürlich noch ein Alptraum), der die weißen Wolken der Türme durch einen Feuerball ersetzte.
    Wie so viele Entdeckungen in der Menschheitsgeschichte entpuppte sich auch der Traum der grenzenlosen Energie als Phantasmus und Phyrrussieg.

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