Archiv der Kategorie: Neukölln

Nouvella Cologna

Expedition ins Blub

Das ehemalige Spaßbad Blub in Neukölln rottet ja schon lange vor sich hin. Ich wollte da schon seit langem mal vorbei schauen – so als Liebhaber verlassener Orte. Bisher bin ich halt noch nicht dazu gekommen.

Nun wurde ich durch einen Artikel im Tagesspiegel aufgeschreckt, in dem was von einem Brand, bestelltem Wachschutz und baldigem Abriss steht. Da wir ohnehin K.s Schwester im Krankenhaus Neukölln besuchen wollten (nochmals gute Besserung an dieser Stelle!), lag das quasi auf dem Weg. Und so fand sich endlich Zeit für einen kleinen Rundgang.

Da die Tore und Zäune weit offen stehen, und wir dem Credo „take nothing but pictures and leave nothing but footsteps“ treu blieben, geht so ein Besuch auch völlig in Ordnung.

Ähnlich zurückhaltend waren natürlich nicht alle vorherigen Besucher der letzten Jahre, was mal mehr, mal weniger schön ist. Doch seht selbst (klick für Slideshow).

Letzte Woche im Karmanoia

Die letzten Tage dieses Theaterdings in der Mainzer Straße sind ja nun leider, leider angebrochen. Vor allem, wenn ich bedenke, dass ich diesen Laden erst im letzten Winter überhaupt kennengelernt habe, obwohl der ja ungefähr zur selben Zeit aufgemacht hat, als ich nach Neukölln kam.

Was soll’s – keine Zeit für Tränen, lieber beim Abschied mitfeiern. Geöffnet ist seit Montag Abend durchgehend bis Sonntag Mitternacht, mit einem nochmal wirklich schönem Schlussprogramm.

Auf Schockwellen durch das Web 2.0 trampen

Jörg Kantel, seines Zeichens Neuköllner, Blogger und bekennender Anhänger der Graswurzel-Publizistik, hat sein zweites Buch veröffentlicht: Per Anhalter durch das Mitmach-Web. Um das ganze ein wenig zu feiern, veranstaltet er eine Verlosung von 7 Exemplaren, an der ich durch diesen Beitrag teilnehme. So einfach geht das also mit dem viralen Marketing!

Aber ernsthaft – wenn es schon mal einer aus Neukölln "geschafft" hat, dann wird dem natürlich gerne geholfen. Außerdem habe ich gleich eine wunderbare Ausrede, um morgen endlich mal den Sandmann von innen zu begutachten.

Update: gewonnen habe ich zwar nicht, aber es sah kurz danach aus. Deswegen kann man mich auch im Verlosungsvideo grenzdebiel in die Kamera klatschen sehen. Aber darum ging’s auch eher nebenbei, ich fand’s schön, die Anwesenden getroffen zu haben.

Hörst du das?

Auf dem Richardplatz? Im Körnerpark? Diese Ruhe… Herrlich!

Nein, im Ernst. Ein wenig werde ich schon dieses bedrohliche Brummen einer sich auf den Start vorbereitenden Propellermaschine vermissen, welches man gelegentlich an vielen Stellen in Neukölln hören konnte. Doch nun bin ich gespannt auf die Nachnutzung, und hoffe, dass sich fantasielose Büro- und Wohtürme nicht durchsetzen werden.

Kreuzkölln

Kreuzkölln als Begriff für den Reuterkiez war mir ja bisher noch nicht bekannt. Gefällt mir auch nicht. Muss man sich denn von Rest-Neukölln abgrenzen, um dort wohnen zu können?

Egal. Heute gehen die 48 Stunden los, und wie der Chronist aus der Friedelstraße schon bemerkte, wird es insbesondere im Reuterkiez viel zu sehen geben. Größte Überraschung ist für mich aber die Boddinstraße (weit jenseits der Sonnenallee gelegen). Als wir dort vor ein paar Jahren eine Wohnung besichtigten, fielen uns vor allem die Trinker vom Boddinplatz und die beiden Puffs links und rechts neben dem Hauseingang auf. Und jetzt sind da auf engstem Raum sieben Veranstaltungsorte.

In Rixdorf ist Musike!

Die positive Entwicklung des Reuterkiezes strahlt mittlerweile auch auf die benachbarten Straßen aus. Selbst in der Weserstraße, die noch bis vor kurzem eher trostlos war und nur durch ihren durchgehenden Radweg positiv auffiel, sprießen nun die neuen Örtlichkeiten. Begonnen mit dem Freies Neukölln (Ecke Pannierstraße), weiter über das Ä (Ecke Fuldastraße – keine Woche auf, und schon regelmäßig gut besucht!) zum Laden des Gelegenheiten e.v. (Ecke Elbestraße). Just an dieser Ecke, allerdings in der Schultheiß-Kneipe gegenüber, konnte man (für diese Gegend) unglaubliche Szenen beobachten. Ca. 100 meist junge Menschen tummeln sich vornehmlich auf dem Bürgersteig und aus den Fenstern schallt die Live-Musik einer Punkband. Wirklich sehr überraschend, wenn man hier jahrelang mit dem Fahrrad entlangfährt, und selbst zur Fußball WM nur tote Hose und ausgesetzte Möbel vorgefunden hat.

Weserstraße Ecke Elbestraße

Weserstraße Ecke Elbestraße

Das diesjährige Kunstfestival 48 Stunden Neukölln wird dieser Entwicklung sicherlich weiter Vorschub leisten. Von wegen Ghetto – Neukölln rult, ok?!

Elektronischer Hörgenuss in Neukölln

Es gibt sie halt doch, die interessanten Zufallsfunde aus dem Netz. Am Freitag, den 23. März 2007 findet in der Martin-Luther-Kirche in Neukölln eine Noise-Musik-Video-Performance statt.
DIENSTbar
Gefunden habe ich das auf dem MySpace von Ohmnoise. Auf der DIENSTbar-Homepage ist die Veranstaltung zwar (noch) nicht aufgeführt, dafür aber alle Events der letzten 7 Jahre. Warum nur sind die mir nicht schon mal früher aufgefallen?

Links zu den aufgeführten Künstlern:

Tempelhof wird (irgendwann) geschlossen

Mittlerweile glaube ich das zwar erst, wenn es wirklich so weit ist, aber immerhin gibt es ein weiteres Gerichtsurteil, was die Hoffnung nährt. Von einer Schließung kann Neukölln nur profitieren. Momentan werden zwei der schönsten Orte regelmäßig mit großem Lärm überflogen: der Körnerpark und der Richardplatz und mein Balkon. Dabei kann man gerade da im Sommer so schön im Freien verweilen. Naja, wir hoffen auf den Sommer 2009, und schauen uns solange beim Schockwellenreiter ein Plainspotting-Video an.