Rauschendes Fest beim Ordnungsamt in Berlin-Mitte?

In Berlin-Mitte konnten in einer konzertierten Aktion zwischen der für den Verkehr zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Ordnungsamt von Berlin-Mitte am neuen LehrterHauptbahnhof in den letzten Tagen hunderte von Autofahrern mit Knöllchen wegen Falschparken bedacht werden. Aufgrund der unverhofften Mehreinnahmen dürften heute Abend bei den Verantwortlichen die Sektkorken geknallt haben. Mitte ist ähnlich wie Neukölln ein Bezirk mit sehr viel Armut, insbesondere nach der Fusion mit Wedding und Tiergarten.

via Tagesspiegel vom 01.06.2006

Experiment gelungen. Die „asphaltiert(en) oder geschottert(en)“ Grundstücke müssen auf die Autofahrer wie ein Stück Käse auf eine Maus gewirkt haben, angesichts fehlender Wegweiser und Parkhausgebühren von 15 € am Tag (so teuer ist das sonst nur noch in München: PDF). Noch dazu war zur Einweihung das Parkhaus gesperrt. Bei einer Falschparken-Gebühr von 160 € macht das alleine bei der Aktion auf der Invalidenstraße ca. 20,000 €. Nicht schlecht. Sowohl das Falschparken als auch das Eintreiben sind Anzeichen für einen faktischen Anarchokapitalismus, wenn man Grund als das wertvollste materielle Eigentum betrachtet.