Archiv der Kategorie: Musik

Oft als Lärm empfunden

Lärmtermine

In Berlin wird einem ja ein wirklich großes Spektrum der elektronischen Musik angeboten. Auch die weniger eingängigen Spielarten wie Noise und Industrial kommen da nicht zu kurz. Dazu zwei Ausgehtipps für die nächsten Tage.

Heute: The Young Gods im Berghain

Das schweizer Industrial-Urgestein „The Young Gods“ konnten wir bei ihrem letzten Berlin-Abstecher in der Kalkscheune schon sehen. War ein gutes Konzert – die Jungs haben ihr Ding echt drauf. Leider waren nicht sehr viele Leute da, mal sehen wie das heute im Berghain wird.

Samstag: Crossing The Parallel in der Maria

Ein neues Konzept stellen Schlagstrom am Samstag in der Maria vor: „Electro – Industrial – Techno – EBM – Noise – old school EBM treffen aufeinander“. Klingt genau nach meinem Geschmack! Mir war die Vermischung von Szenen und Stilen schon immer lieber als getrennte Welten. Mal sehen, wie das beim Publikum ankommt. Ich freue mich jedenfalls besonders auf Luc Van Acker (Revolting Cocks) und The Horrorist.

Jede Menge Geile Hardcore Photos

Fucked Up

Patrick hat es endlich geschafft, und nach langer Arbeit seinen Bildband mit „den besten Photos aus 14 Jahren Live-Photographie“ fertig gestellt. Richtig gelesen, keine Online-Galerie, keine Massenbeliebigkeit, sondern ausgewählte, analog verarbeitete Bild-Höhepunkte, komplett in schwarz & weiß. Eben Out Of Vogue, aber totally.
Die Vorschau verspricht so einiges. Ich freue mich schon darauf, mein Exemplar in den Händen zu halten!

Fusion 2007

Dieses Jahr habe ich es auch endlich mal auf das Fusion Festival geschafft. Eine großartige Erfahrung, die ich jedem Freidenker und Musikliebhaber wärmstens empfehlen kann. Der Schwerpunkt mag auf den verschiedenen Spielarten elektronischer Musik liegen, doch wie der Name schon andeutet, gibt es hier eigentlich alles. Gesehen und gehört habe ich eben auch Reggea, Ska, Hardcore, Punk, Klezmer, Hip-Hop und experimentellen Kram, der jeder Beschreibung spottet. Oder in welche Schublade soll man eine Band aus Gitarrenfeedback und acht Schlagzeugern stecken, die 45-minütige Songs spielen?

Das Video zeigt einige Impressionen, aufgenommen mit meinem Nokia 6280.

Frühjahrskonzerte

Lange nicht gebloggt. Dabei hätte es ja doch so einigen Anlass gegeben. Also nur ein kurzer Rundumschlag über die letzten Konzerte, und da gab es so einiges.

Die elektronische Dienstbar in der Martin-Luther-Kirche war ganz nett. Es gab ein paar spannende Momente, aber insgesamt hatte ich da wohl etwas mehr Action erwartet. Wir blieben denn auch nicht bis zum Schluss, sondern sind nach drei Acts weiter. Mal wieder zu Ofrin, diesmal im b-flat in der Rosenthaler Straße. Ofrin sind nach wie vor eine tolle Jazzband, die ihr Publikum wirklich begeistern können. Geht hin, sie spielen noch ein paar Mal in Berlin und einmal in Hamburg (siehe myspace).

Richtig fett war auch das Nine Inch Nails Konzert am Tag darauf in der Columbiahalle. Gute Stimmung im Publikum, eine tolle Setlist, super Band. Was will man mehr? Nunja, zum Beispiel ein wenig mehr Visuals. Das war jetzt mein viertes Konzert, und nur beim ersten 1999 gab es die halbtransparente Leinwand mit passenden Videoclips vor der Bühne. Wirklich schade, und das trotz Doppeltermin. Auf der aktuellen Live-DVD kann man sehen, dass es das zumindest in den USA auch auf aktuellen Konzerten gibt. Aber egal – ich ärgere mich immer noch, nur für den Samstag ein Ticket gehabt zu haben. Zum Glück wollen sie ja bald wieder kommen.

Zwischendrin war auch endlich mal wieder ein Konzert von 20meterbreit angesagt, diesmal im Knaack. Die Jungs rockten Souverän wie immer, aber leider war ein Großteil der Knaack-Besucher damit beschäftigt, komische 80er-Jahre-Parties zu feiern, weshalb nicht so viel Stimmung aufkam. Schade. Das Konzert am Tag darauf im Schokoladen war sicherlich besser, aber da war ich zum fränkische-Würste-Grillen eingeladen.

Am 1. April hatte meine Liebste ihr erstes Konzert mit ihrem und Christians Projekt Aura Navarre. Das ganze war im Rahmen einer Rozz-Williams-Memorialnight, weshalb die beiden auch leider keine eigenen Songs spielten – die Interpretationen waren aber trotzdem ganz in ihrem Stil. Trotz Sonntag Abend kamen immerhin circa 50 Leute, und es waren nicht nur Freunde und Bekannte, die begeistert Applaus spendeten. Bilder davon gibt es hier und hier.

Schließlich waren am Ostermontag noch Cocorosie im Postbahnhof angesagt. Vorband waren die Trash-Hip-Hopper Bunny Rabbit. Sehr lustig, sehr energievoll! Live definitiv ein Hingucker, aber ob das für mehr reicht? Ein paar Songs (Lucky Bunnny Foot) waren trotzdem cool.
Danach hatte der Beatboxer von Cocorosie das Publikum weiter aufgeheizt. Ich habe da ehrlich gesagt nicht sehr viele Vergleiche, aber ich fand ihn großartig. Hab da auch einen etwas längeren Clip auf der Speicherkarte, werde ich demnächst mal hochladen.
Cocorosie selbst haben mir auch gut gefallen, auch wenn die Musik nicht sooo mein Ding ist. Ich glaube allerdings, dass so ein Konzert in der Volksbühne besser funktioniert – auch wenn ich sie da nicht live gesehen hatte. Trotzdem – wer’s mag wird begeistert gewesen sein!

So, ist dann doch ein etwas länger geworden, aber eigentlich hätte jedes dieser Konzerte einen Eintrag verdient gehabt.

Elektronischer Hörgenuss in Neukölln

Es gibt sie halt doch, die interessanten Zufallsfunde aus dem Netz. Am Freitag, den 23. März 2007 findet in der Martin-Luther-Kirche in Neukölln eine Noise-Musik-Video-Performance statt.
DIENSTbar
Gefunden habe ich das auf dem MySpace von Ohmnoise. Auf der DIENSTbar-Homepage ist die Veranstaltung zwar (noch) nicht aufgeführt, dafür aber alle Events der letzten 7 Jahre. Warum nur sind die mir nicht schon mal früher aufgefallen?

Links zu den aufgeführten Künstlern:

Club Transmediale 2007

Da es jetzt doch schon recht spät ist, nur ein kurzer Abriss:

Die Maria ist als Location für sowas sehr nett, wenn vielleicht auch etwas zu geräumig. Die Visuals machen in der Größe auf jeden Fall was her.

Highlight des Abends waren definitiv Fuckhead. Eine wahnsinnige Mischung aus Noise, Punkrock, nackten, tätowierten Leibern, schleimigen Flüssigkeiten und clownesker Peformancekunst. Ganz groß. Hier ein kurzes Video von Youtube, mehr gibts als MOV auf deren Homepage.

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Ich habe bei Flickr ein paar Handybilder hochgeladen; unter dem Tag findet sich noch mehr (und natürlich auch nichtrelevante Sachen, die trotzdem lustig sind).

Angekündigtes und erwartetes Highlight war ja eigentlich Venetian Snares, doch nach Fuckhead war ich schlicht satt. Nach nicht mal einer Stunde im Set war ich schon auf dem Weg nach Hause.

Diamanda Galás spielt in Berlin

Diamanda GalásNach langjähriger Pause beglückt uns Diamanda Galás endlich mal wieder mit einem Konzert in Deutschland. Wer die Königin der Vokalistik-Avantgarde erleben will, hat dazu am 18. November in der Passionskirche die Gelegenheit.

Das Konzert findet im Rahmen des „Wie es Ihr gefällt“ Musikerinnen-Festivals statt. Neben Diamanda Galás und vielen anderen internationalen Künstlerinnen hat da übrigens auch Anat einen Auftritt (12. November im Kesselhaus der Kulturbrauerei).

Drei Konzerte am Samstag

Wenn man Musiker im Freundeskreis hat, freut man sich immer, wenn sie ein Konzert geben können. Auch wenn das mal, wie am Samstag, etwas hektisch werden könnte.

17:30 Blücherplatz: Anat Tuvia

Weltmusik zwischen Orient und Okzident. Das Konzert findet Rahmen des Straßenfestes zum Karneval der Kulturen statt.

20:00 Gendarmenmarkt: Zeljko Vlahovic

Technisch perfekte, und dennoch sehr gefühlvolle Darbietungen klassischer Klavierstücke von Chopin, Haydn und Liszt. Ja, besonders der Liszt hat es Zeljko angetan. Aber selbst als Laie bin ich nicht nur von Chopins zweiter Sonate in b-Moll begeistert. Im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Piekfein sozusagen.

20:00 Schlesisches Tor: 20MeterBreit, Tollkirsch, Miss America

Satanistischer Post-Noise-Rock oder Glamour-, Krawall- und Agit-POP? Durch den Abend mit anschließender Party leitet der unvergleichbare Jonny Freedom! Im Kato.

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Beste MP3-Jukebox-Software

amaroK ist einfach großartig:

  • Indiziert die Musiksammlung in einer flotten Datenbank (SQLite, MySQL oder PostgreSQL)
  • Lädt fehlende CD-Cover automatisch oder über eine sehr einfache Oberfläche bei Amazon herunter
  • Ist durch Plugins stark erweiterbar (u.a. auch eine Firefox-Extension, um den Player via Netzwerk zu steuern)
  • Läuft via Live-CD auf jedem PC, sogar ohne Festplatte
  • Läuft ansonsten auf den meisten Linux-Distributionen, vorzugsweise unter KDE
  • Kann alles, was man sonst so von einer Jukebox-Software erwartet

Besonders gelungen sind die Dynamischen Playlisten. Nachdem ich aus meinen „noch nie gespielten Alben“ eines von Steve Von Till ausgesucht hatte, hörte die Musik nicht einfach an dessen Ende auf, sondern wurde via last.fm und eigenen Bewertungen mit Titeln von Grails, Neurosis und Cult of Luna aufgefüllt. Das Netzwerk hat entschieden, welche Musik ich hören werde, und die Entscheidung war gut. Wenn ein Lied mal nicht gefällt, kann man natürlich skippen, was sich auch gleich in der Bewertung des Stücks niederschlägt.
Was dabei am Ende herauskommt, könnte ihr rechts in der Blog-Sidebar live observieren (Ajax-powered).

Das Ende des Leidens – Current 93 in der Volksbühne

Am Montag hatte ich das Glück, in der Berliner Volksbühne einer seltenen und nicht weniger beeindruckenden Musikdarbietung beizuwohnen: dem (neben einer Vorstellung am Sonntag) ersten Deutschland-Konzert der britischen Neofolk-Band Current 93 seit 15 Jahren. Eigentlich ist diese Art von Musik eher weniger mein Fall, aber gestern konnte ich mich der Begeisterung nicht entziehen. Doch der Reihe nach. Das Ende des Leidens – Current 93 in der Volksbühne weiterlesen