Archiv der Kategorie: Propaganda

Alles, was wahr ist.

Zu hoch gepochert

Harald Schmidt ist nicht genug: Ab Herbst bekommt der TV-Chef-Zyniker Komiker Oliver Pocher an die Seite gestellt. Die ARD will so die Quote in die Höhe treiben und ein jüngeres Publikum ansprechen.

SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

Als der Oli P beim Schmidt mal zu Gast war, kam das ja schon wie ein peinliches Vorstellungsgespräch rüber. Jetzt darf er also richtig mitmachen, der Kleine. Naja, noch ein Grund mehr da zukünftig wieder pünktlich einzuschalten. Also zu Polylux.

Art is advertising?

Kurz nachdem mir die Idee für ein neues flickr-Set kam, und ich auch sehr schnell Motive gefunden hatte, stieß ich bei meinem Weg zur Arbeit auf folgende Malereien auf dem Bürgersteig:

Nun könnte man meinen, da hat sich einer die Sprühschablonen aus dem Year-Zero-Web runtergeladen, und halt einfach beim NIN-ARG mitgemacht. Da spricht aus meiner Sicht aber einiges dagegen:

  • Rosa und weiße Farbe
  • Die PDF-Sprühschablonen haben keinen direkten NIN oder Year Zero Text drauf. Nur das Logo.
  • Die Symbole wurden ausschließlich und sehr gehäuft direkt vor genau der Hofeinfahrt angebracht, die unter anderem auch zu den Räumen der Musikredaktion von motor.fm führt. Prompt gab es heute früh ein Feature über Nine Inch Nails und Year Zero.

Wenn man nun noch bedenkt, dass der Hauptsitz von Universal Music nur ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt ist, lässt es sich vortrefflich spekulieren, wer da wirklich mit Farbe gekleckert hat.

Wir brauchen keinen Großen Bruder

An der FH Augsburg ist diese Animation zum Thema „Überwachungsstaat“ entstanden (veröffentlicht unter Creative Commons):

Es gibt ja seit ein paar Tagen auch ein neues Nine Inch Nails Video (Survivalism), welches sich ebenfalls ganz geschickt mit der Thematik auseinandersetzt. Da dieses Video allerdings nur offiziell inoffiziell via USB-Toilette veröffentlicht wurde, und die Bluthunde Anwälte von Universal bekanntlich keinen Spaß verstehen, lass‘ ich das mit dem direkten YouTube-Embed mal lieber sein.

Howto: Wirkungsvoll bei der ARD beschweren

In den Kommentaren zu einem Golem-Artikel über einen Panorama-Beitrag zum Thema Killerspiele beschreibt ein nach eigenen Aussagen ehemaliger Redakteur beim WDR Köln, wie man sich bei der ARD über eine unangemessene Berichterstattung beschweren sollte, damit dem ganzen auch Gehör geschenkt wird:

Schreibt nicht an die Zuschauerredaktion, das ist Dev/Null der Anstalten. Schreibt an den Intendanten, an den Vorsitzenden des Rundfunkrates der betreffenden Landesanstalt […] und an den Vorsitzenden des Programmausschusses des Rundfunkrates. Guckt welcher ernstzunehmende Politiker […] im Rundfunkrat sitzen und adressiert dieses Schreiben als CC ebenfalls. Schreibt in keinem Fall eine Mail, schreibt in jedem Fall einen Brief.

Diese Taktik scheint offenbar wirklich gut zu funktionieren, wie der Autor am Ende seines Kommentar süffisanterweise darlegt:

Meister sind darin im uebrigen religioese Fanatiker und Erzkatholiken, die durch ihre Penetranz und ihre Taktik dafuer sorgen, dass Redakteure schon a priori die Schere im Kopf ansetzen, um sich nicht wieder in die Instanzen-Antwortmuehle zu begeben und lieber auf den einen oder anderen Beitrag und Seitenhieb verzichten.

Also, wenn du mal wieder glaubst, dass deine GEZ-Gebühren ungebührlich verwendet wurden, dann weißt du jetzt, was du dagegen tun kannst.

Kompletter Beitrag mit Diskussion im Golem-Forum

Update: Panorama-Redaktion verteidigt „Killerspiele“-Beitrag (Golem.de)

ARG-Spieler in der Abmahnfalle

Wir wollen Hernn Reznor mit seinem Year-Zero-ARG über eine Welt nach dem 3. Weltkrieg mal wohlwollenderweise gute Absichten unterstellen. Das Wohlwollen hat bestimmt in meiner Dystopie-Affinität ihren Ursprung, und der Style der ganzen Sache ist ja schon irgendwie mein Ding, nicht nur was das Audiovisuelle angeht. Man könnte die ganze Chose aber genauso gut als Marketing-Masche im Neo-Revoluzzer-Chic abtun, keine Frage.

Klar ist jedenfalls, dass jeder noch so gut gemeinte Weckruf im Keim erstickt wird, wenn ein NIN-Fan von der deutschen Dependance der Plattenfirma Musikmafia abgemahnt wird, nur weil er einen „offiziell geleakten“ Track als Stream auf seiner Homepage angeboten hatte. Oder wird dadurch erst eine Wut geschürt, die realer als jede alternate reality ist, sozusagen ein nochmals andere Version der Wahrheit?

(Abgemahnt) weil ich so blöd war und dachte, eine virale Werbekampagne sollte man weiter tragen.

Aber mir wird schier schlecht bei dem Gedanken, dass ich gleichzeitig eine Musikindustrie unterstütze, die sich einen Dreck um ihre Konsumenten schert.

Übrigens gibt es neuerdings im Rahmen des ARG schicke Resistence-Sprühvorlagen im PDF-Format zum runterladen. Was wohl passiert, wenn man die an seiner Hauswand anbringt, eine Erlaubnis des Hauswandeigentümers mal vorausgesetzt? Bekommt man dann auch eine Abmahnung aufgrund einer Urheberrechtsverletzung und illegaler Verbreitung geistigen Eigentums? Das wäre dann wenigstens ein halbwegs konsequenter Schwachsinn.

Links:

Überwachung Galore

Da hat man den Run bei HP schon fast wieder verdrängt, da wird man plötzlich mit Überwachungsskandalen förmlich überschüttet:

Man könnte fast meinen, Deutschland ist von Abhörskandalen umzingelt. Zum Glück gibt’s bei uns sowas nicht.
Den betroffenen Regierungen kann man aber auch kaum einen Vorwurf machen. Ist halt schon praktisch, wenn (wie z. B. bei Vodafone Griechenland) die Vermittlungsstellen serienmäßig eine Abhörschnittstelle enthalten – auch wenn sie gar nicht bestellt wurde. Naja, bei kostenlosen Extras schaut halt keiner so genau hin, gell?