Eine Woche Israel

Zur Winterhalbzeit  ein paar Tage in die Sonne fliegen, auch dafür eignet sich ein Trip ans östliche Mittelmeer, nach Tel Aviv. Neben dem zumeist sonnigen Wetter überzeugt auch die leckere und eher fleischarme Küche. Klar kann man seine Spieße haben wenn man mag, dazu gibt es aber immer viel Gemüse und Salate.

Natürlich wollen wir aber auch die nicht-kulinarische Kultur kennen lernen. Ein Besuch im Museum of Art lohnt alleine schon aufgrund der Architektur und der Sammlung von Werken alter Meister; besonders hängen geblieben sind mir aber die Photos aus der Serie Hyena and other Men.

Etwas verwirrend war der Besuch im Museum of the Jewish People. Man schickte uns direkt in die Ausstellungen zu Bob Dylan und „Synagogen aus Holz“ – den Eingang zur Dauerausstellung fanden wir dann erst viel später, und hatten gar nicht genug Zeit dafür. Noch dazu wurde sie erst gegen Ende für uns besonders interessant. Immerhin konnte ich etwas über Sephardische Juden erfahren, die im 16. Jahrhundert vor der Inquisition aus Spanien und Portugal nach Amsterdam geflohen waren und dort entscheidend zum Wachstum und zum Wohlstand der Stadt beitrugen.

Der Höhepunkt der Reise war aber definitiv der zweitägige Besuch in Jerusalem. Nirgends sonst kann man wohl drei große Weltreligionen mit all ihren Strömungen auf so einem kleinen Ort zusammen erleben, mit all ihren Konflikten, historisch und aktuell. Sollte jeder mal in seinem Leben gesehen haben, egal wie man selbst zu Religion steht. Und vorher zumindest mal grob die Geschichte dieser Uralten Stadt überflogen haben.

Einen weiteren kompletten Tag hätte man sicherlich auch im Holocaus-Museum Yad Vashem verbringen können. Uns bleiben leider nur knapp zwei Stunden, die ungefähr für die Hälfte der Hauptausstellung genügen. Auch wenn man sich vorher schon viel mit diesem bitteren Menschheitsereignis beschäftigt hat, wird man wohl nirgends sonst so umfassend und didaktisch gelungen damit konfrontiert.

Zum Abschluss der Reise verbringen wir zwei faule Tage am sonnigen Strand von Tel Aviv. Eine tolle Überraschung ist, dass Guy zufällig auch gerade aus Mexiko in seine Heimat zu Besuch gekommen ist. Wir hatten uns bei einem tollen Sonnenaufgang in der chilenischen Wüste kennen gelernt und sind über Facebook in Kontakt geblieben.

Dieser Spruch mit der kleinen Welt bewahrheitet sich halt doch immer wieder.

2 Gedanken zu „Eine Woche Israel“

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