14. Etappe: Hangzhou – Qingdao

In Hangzhou kommen wir im zentral gelegenen Hofang International Youth Hostel unter. Eigentlich eine sehr schöne Unterkunft, doch ist die Lüftung im 8-Bett-Zimmer mit angeschlossener Dusche nur sehr unzureichend möglich, weshalb die Atmosphäre an eine Wäschekammer in einem schimmeligen Keller erinnert.

Das am 15. Tag des 8. Mondmonats gefeierte Mondfest ist laut Suzan für viele Chinesen wie in Europa „Weihnachten, Ostern und Geburtstag“ zusammen, und Hangzhou soll dafür einer der schönsten Orte sein. Auf der im Westsee gelegenen Insel Xiaoying befinden sich drei kleine Teiche. Wenn sich in diesen der Vollmond spiegelt, soll man demnach vier Vollmonde gleichzeitig sehen können.

Entsprechend viele Menschen sind in der Stadt zu Besuch. Doch zumindest am Ufer sind die damit sonst einhergehenden Unannehmlichkeiten wie schreiende Ramschhändler und fieses Gedrängel kaum zugegen. Stattdessen wird musiziert, getanzt, Karaoke gesungen oder am Ufer sitzend das schöne Lichtspektakel bewundert. Der Vollmond bekommt nämlich noch Konkurrenz von beleuchteten Pagoden, Booten und Bäumen sowie einer bunten Fontänenshow. Wir genießen das alles auf einer Bootsrundfahrt, und essen dabei  Mondkuchen. Die Fähre zur Insel mit den Teichen hat ihren Dienst leider kurz vor Sonnenuntergang eingestellt.

Westsee

Am Tag darauf schlagen wir uns mit Bus und Bahn nach Yanguan durch, um die Gezeitenwelle am Qiantang zu bestaunen. Leider scheint kaum jemand diesen Ort zu kennen, zumindest nicht in lateinischen Buchstaben geschrieben oder von mir ausgesprochen. Als wir dann endlich ankommen, kommen uns hunderte Menschen und ein endloser Strohm an Reisebussen entgegen – offenbar haben wir das Spektakel knapp verpasst. Sehr schade, aber so ist das halt, wenn man keine Pauschalreise bucht. Immerhin haben wir somit die Zuschauertribünen ganz für uns alleine und können uns über die Sitzplatzpreise von bis zu 1500 Yuan (210 €) empören.

Yanguang

Heute geht es weiter nach Qingdao. Auch hier weichen wir unsere Vorgabe „kein Flug bis Tokyo“ erneut leicht auf und nehmen einen Inlandsflug. Aufgrund der anstehenden Feiertage sind viele Züge bereits ausgebucht, oder es bleiben nur die wenig attraktiven Möglichkeiten „Luxus- oder erste Klasse“ bzw. „Sitzplatz im Nachtzug, 12 Stunden“.

Nach Korea geht es aber mit der Fähre, versprochen!

 

 

3 Gedanken zu „14. Etappe: Hangzhou – Qingdao“

  1. Liebe Grüße an euch beide.
    In Quingdao habt ihr ja dann die Überreste deutscher Kolonialzeit anschauen und trinken können.
    Hoffe es geht dann in China und Korea mehr mit Beschreibungen von tollen Erlebnissen und Erfahrungen und weniger mit „knapp verpasst“ und „beschissen worden“ weiter…

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