18. Etappe: Osaka – Hong Kong

Auf den Wartesesseln schläft man überraschend gut, aber natürlich trotzdem viel zu kurz. Nach einem kleinem Frühstück und einfacher Morgentoilette wechseln wir schließlich unsere Yen in Hongkong-Dollars, und fahren mit dem Shuttlebus zum Terminal 2. Dieses ist ausschließlich den Billigfliegern von Peach Aviation vorbehalten. Erwartungsgemäß wird da an allem gespart: einchecken und Pass scannen soll man selbständig an (für uns nicht funktionierenden) Touchscreen-Terminals, es gibt keine Rollbänder und zum Einsteigen läuft man über das Flugfeld zur Treppe. Kennt man ja so auch aus Europa. Allerdings ist das alles sehr gut organisiert: zum Beispiel gibt es für die einzelnen Abflüge getrennte Warteschlangen, so dass Spätkommer auch noch schnell ihr Gepäck abgeben können; und beim Einsteigen werden erst die Fenster-, dann die Mittel-, dann die Gangsitzer aufgerufen, wodurch es viel weniger Geschubse und Generve gibt.

Die japanische Höflichkeit zeigt sich dann auch kurz vor dem Abflug, als sich die Arbeiter auf dem Flugfeld gemeinsam verbeugen und winken. Der Pilot fliegt eine Schleife Richtung Süden, und wir erheischen spektakuläre Blicke auf die Flughafeninsel.

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Was die sprichwörtliche Höflichkeit angeht muss ich kurz das Busfahren in Japan erwähnen. Eingestiegen wird ja immer hinten, nachdem vorne alle bezahlt haben und ausgestiegen sind. Das Fahrgeld muss man passend haben oder mit Chipkarte zahlen, da steht aber auch immer ein Wechselautomat. Diesen sollte man falls erforderlich möglichst bald nach dem Einsteigen verwenden, um das Prozedere beim Aussteigen nicht zu verzögern. Die Fahrer bedanken sich aber selbst dann noch bei jedem Fahrgast mit einem „arigato gozaimas“. Dabei sprechen sie während der gesamten Fahrt in ein Headset. Da die Stationen automatisch angesagt werden, haben die Fahrer genug Zeit um in ständigem Kontakt mit den Passagieren zu bleiben. In stets beruhigendem, ja, meditativem Ton wird darauf hingewiesen, dass der Bus jetzt losfährt, kurz an einer Ampel hält oder um eine Kurve fährt – was das Verkehrsgeschehen halt so hergibt.

Ganz anders dann in Hong Kong. An der Haltestelle vom Shuttlebus, der den ebenfalls auf einer Insel befindlichen Flughafen mit Kowloon und Hong Kong Island verbindet, wird sich noch ordentlich angestellt, wie man das von einer ehemaligen Kronkolonie erwartet. Der Fahrer hingegen nimmt es an Ruppigkeit mit seinen Kollegen aus Ulaanbaatar locker auf. Pro Nase kostet die Fahrt 40 HK$, ich habe nur einen 100er. Er schreit „NO CHANGE“ und deutet auf den Geldschlitz. Ich möchte mich, wie in der Mongolei gelernt, an einen Mitfahrer richten. Ein paar zahlen mit Chipkarte, dann einer für eine große Gruppe. Leider steckt er sein Geldbündel für mich zu schnell in den Schlitz, und der Fahrer klopft es mit stoischem Blick hektisch die Metallklappe hinunter: „NO CHANGE!“ brüllt er wieder in meine Richtung. Bei der Frau danach habe ich endlich Glück: sie gibt mir 20, ich ihr 100. Sie zahlt für uns drei und hat sogar ein paar nette Worte für den Fahrer übrig. Er verstummt, im verhärmten Gesicht kann ich einen winzigen Anflug von Enttäuschung erahnen.

Wir nehmen auf dem Oberdeck platz und müssen erst mal lachen. Wir hatten schon wieder ganz vergessen wie das war. Willkommen zurück in China!

2 Gedanken zu „18. Etappe: Osaka – Hong Kong“

  1. Das Tagebuch hängt immer noch ein wenig hinten dran, was man auch am Datum der Einträge sehen kann. Nach den täglichen Miniposts in Japan (und dafür nur wenigen Bildern) muss sich das erst wieder einpendeln.

    Das im Bus war auch wirklich ein sehr lustiger Kontrast.

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