2. Etappe: Warszawa – Vilnius

Einen ersten kleinen Stopover legen wir in der polnischen Hauptstadt Warszawa ein. Natürlich kann man in 33 Stunden nur einen kleinen Einblick bekommen, vor allem wenn man noch Schlaf nachzuholen hat.

Bereits im Zug erfuhren wir, dass am Samstag Abend AC/DC im Nationalstadion ihr vorerst letztes Europakonzert geben werden. Der Gedanke war verlockend, zumindest den Versuch zu starten an günstige Restkarten nach Beginn des Konzerts zu gelangen. Doch das weiche Bett im ehemaligen „Hotel Forum“ ging eindeutig als Sieger hervor, weshalb es bei mittelprächtigen Vegi-Burgern im Meat Inn und Holunderbier vom Supermarkt blieb.

Ausgeschlafen und erholt erkundeten wir ein wenig die Umgebung, nicht ohne uns mehrfach in den unterirdischen Katakomben des Zentralbahnhofs zu verlaufen. Ein guter Entschluss war es, das Museum der Geschichte der polnischen Juden zu besuchen. Die Zeit dort verging wie im Flug, was sowohl an den vermittelten Fakten als auch der höchst niveauvollen und mit beeindruckenden Multimediatechniken versehenen Präsentation lag. So lernte ich zum Beispiel, dass es eine polnisch-litauische Adelsrepublik namens Rzeczpospolita gab. Vor allem die anfängliche Zeit wurde von den dort ansässigen Juden als „goldenes Zeitalter“ angesehen, da sie dank einer weit gehenden Religionsfreiheit allen anderen Konfessionen rechtlich mehr oder wenig gleich gestellt waren, und deshalb friedlich leben und sich entwickeln konnten. Diese Zeit nahm mit dem Chmelnyzkyj-Aufstand ein blutiges Ende, welches in seiner Brutalität erst durch den Holocaust „übertroffen“ werden sollte.

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Abends konnte mich dann sogar noch die moderne polnische Küche mit einem vegetarischen Gericht überraschen – eine mit Ziegenkäse gefüllte und samt Stengel frittierte Blume hatte ich noch nie auf dem Teller.

Nächster Halt morgen früh: Vilnius

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