4. Etappe: Riga – Sankt-Peterburg

Auf dem Weg nach Riga macht sich zum ersten Mal der geänderte Breitengrad bemerkbar – um 21:30 Uhr beginnt gerade langsam die Dämmerung. Auf den Straßen ist trotzdem kaum etwas los – aber hey, es ist schließlich Montag Abend. Nach einer feucht-fröhlichen Begrüßung im Naughty Squirrel mit Schwarzem Balsam gehen wir dann auch bald ins Bett, um die Stadt lieber am nächsten Morgen zu erkunden.

Erster Anlaufpunkt ist der weitläufige Zentralmarkt mit seinen Hallen für Obst, Gemüse, Käse, Fisch und Fleisch sowie vielzähligen Ständen für Klamotten, Schmuck und was man sonst so brauchen oder kaufen könnte. Wir stellen uns ein opulentes Picknick zusammen, wobei vor allem Krautsalat und eingelegte Gurken zu begeistern wissen, geräucherter Sepia dagegen eher auf Ablehnung stößt. Nicht nur deswegen, sondern auch, weil ich mich an deren anmutige Bewegungen beim Tauchen in Burma erinnere, beschließe ich diese Art von „Meeresfrucht“ von meiner Speisekarte dauerhaft zu streichen.

Derart gestärkt geht es am Kanal entlang zurück in die gut erhaltene Altstadt, in der neben viel Jugendstil auch Reste aus dem Mittelalter und Monumentalbauten aus der Sowjetzeit hervorstechen.

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Auch dieser Tag ist wieder viel zu schnell vorbei – doch wir müssen den Nachtzug nach Sankt-Peterburg erwischen! Die fünfzehnstündige Fahrt ist ein erster Vorgeschmack auf die weitaus längeren Strecken, die jenseits des Urals auf uns warten. Glücklicherweise haben wir eine sehr nette Mitfahrerin im Abteil, obwohl die Kommunikation sich bis auf ein paar Worte aus dem Phrasebook auf Hände, Füße und Mimik reduzieren muss.

Bei den beiden mitternächtlichen Stops für Aus- und Einreise kommen uns noch kurz Zweifel, ob mit dem Visum und sonstigen Formalitäten auch wirklich alles glatt geht – tatsächlich müssen wir nicht mal das Abteil verlassen und nur wenige Fragen über uns ergehen lassen. Sicherlich kein Vergleich zu den Ängsten, die viele Menschen beim Überqueren der EU-Außengrenzen in die andere Richtung durchstehen müssen.

Wir können dagegen in unseren Kojen halbwegs ausschlafen, werden morgens mit Kaffee geweckt und können die Ausläufer der Großstadt am Fenster vorbei ziehen sehen, bevor wir den uralten und opulenten Witebsker Bahnhof erreichen.

2 Gedanken zu „4. Etappe: Riga – Sankt-Peterburg“

  1. Geräuchert sind sie eher nicht so lecker bzw. relativ neutral. Kann man sich also erst recht sparen. Und jep, die sind einfach verdammt cool!

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