Ciao ciao, O Sohle mio!

Zwei mal um die halbe Welt habt ihr mich getragen. Vor vier Jahren, ganz neu, zum Mount Fuji und quer durch Neuseeland, später durch Südosteuropa, jetzt durch Sibirien, den Altai und halb Südostasien. Doch zuletzt lief es nicht mehr so richtig mit uns. Selbst leichter Regen oder eine Pfütze sorgten für nasse Füße, die glatt geschliffene Sohle taugt nur noch für Tango statt Trecking.

Einen Versuch zur Reparatur hat es ja gegeben, doch das beschämte Gesicht und die umständliche Ausrede des Schusters in Kyoto sprachen Bände. Nun hat sich euer Ersatz in Form australischer Allzweckschuhe bewährt, und ihr dürft in den verdienten Ruhestand gehen.

Einfach so wegwerfen ging gar nicht, euch mit nach Hause zu nehmen um sie an den Nagel zu hängen erst recht nicht. So hängt ihr nun, einer lokalen Gepflogenheit folgend, im Outback an einem Baum, mit Blick auf den Highway und einigen Gummisandalen weit unter euch.

Shoes on a tree

Farewell, good bye und alles Gute!

2 Gedanken zu „Ciao ciao, O Sohle mio!“

  1. Welch traurige Geschichte! Ich leide mit dir. So ein Vertrauensverhältnis ist schwer aufzubauen 😉

    Ich hoffe sonst geht’s euch gut?

  2. Die Tragweite dieses Schuhwurfes wurde mir auch erst beim Schreiben in seiner ganzen Dramatik bewusst. Mittlerweile sehe ich das wie den sprichwörtlichen „Koffer in Berlin“.

    Und ja, uns geht’s weiterhin blendend! Der Roadtrip ist ein paar Tagen leider schon wieder zu Ende. Photos und Berichte sind in der Pipeline.

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