Drei burmesische Hauptstädte

Die burmesischen Länder wechseln nicht nur gerne ihren Namen, auch die Hauptstadt zieht immer mal an einen anderen Ort. In Mandalay, Sitz der letzten königlichen Residenz von 1857-1885, waren wir ja bereits, weshalb die Tempelstadt Bagan unser nächstes Ziel ist.

Dort wurde von 1044 bis 1287 geherrscht und tausende religiöser Stätten errichtet, von kleinen Stupas bis gewaltigen Tempeln. Die meisten davon stehen trotz dem Einfall der Mongolen und zahlreicher Naturkatastrophen auch heute noch. Die einstmals bewohnten Gebiete zwischen den Gebäuden sind allerdings zum Großteil einer sandigen Steppe gewichen. Wir beziehen Quartier in der „New Bagan“ genannten Siedlung, und erkunden drei Tage lang die beeindruckenden Ruinenfelder mit einem Elektroroller.

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Auf dem Weg nach Süden halten wir für eine Nacht in Nay Pyi Taw, welches seit 2006 die Hauptstadt von Myanmar ist, nachdem sie unter strenger Geheimhaltung innerhalb von fünf Jahren aus dem Boden gestampft wurde. In Ermangelung öffentlicher Verkehrsmittel lassen wir uns ein paar Stunden lang von einem Taxi zu den kilometerweit auseinander liegenden Sehenswürdigkeiten kutschieren. Auf den mindestens zehnspurigen Straßen ist kaum Verkehr unterwegs, die riesige Pagode wird von nicht einmal hundert Besuchern skeptisch beäugt und der riesige Parlamentskomplex ist hinter einem Zaun und einer Brücke nur in der Ferne erkennbar. Im Hotel wird das zehnstöckige Hauptgebäude nur für Rezeption und Restaurant benutzt, wir und die anderen drei Gäste kommen in einem Nebengebäude unter. Alles in allem so bizarr wie wir es uns erhofft haben; in einem Land mit oft wackeliger Strom- und Wasserversorgung eine derartig nutzlose Verschwendung zu sehen macht aber vor allem traurig.

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Die kulturelle und wirtschaftliche Hauptstadt ist dagegen immer noch Yangon. Die alten Regierungsgebäude stehen leer herum, die ausländischen Botschaften sind dagegen geblieben. Das Luxushotel müssen wir zwar gegen eine stickige Kammer eintauschen, dafür tobt auf den Straßen das Leben. Stundenlang laufen wir durch Chinatown, bewundern alte Kolonialbauten, besuchen das Nationalmuseum und erklimmen den Hügel zur gut besuchten und von beruhigender Stimmung geprägten Shwedagon-Pagode.

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Damit beenden wir bereits unsere Reise in Burma und nehmen äußerst gemischte, aber auch hoffnungsvolle Eindrücke mit. Wir beschließen kurzerhand noch ein paar Tage am Strand zu verbringen, und fliegen nach Kawthaung, an die Grenze zum südlichen Thailand.