Dünne Luft und Salz in der Atacama

Trotz des frühen Aufstehens war die Entscheidung gegen einen Nachtbus die Richtige. Die Fahrt über die Anden ist schlicht spektakulär. Wir schrauben uns weit über die 4000-Meter-Marke hoch und können dabei ganz entspannt die Aussicht genießen, die uns zusammen mit der dünner werdenden Luft ein ums andere Mal den Atem raubt.

Nach ein paar Stunden überqueren wir die Grenze nach Chile, d.h. wir müssen den Bus verlassen und erfahren zum ersten Mal die starken, kalten Winde in dieser unwirklichen Umgebung. Irgendwann erreichen wir das Oasenstädtchen San Pedro de Atacama und werden direkt mit einem der schönsten Sonnenuntergänge der gesamten Reise begrüßt. Diese werden auch an den folgenden Tagen nichts von ihrer Dramaturgie einbüßen, wenn die Kulisse der umliegenden Vulkane in wechselvolle Lichter getaucht wird.

So ist es sehr verständlich, dass dies einer der touristischen Hotspots Chiles ist. Zum Glück sind wir in der Nebensaison hier, da stört das aufgrund der nicht vorhandenen Besuchermassen nicht weiter. Im Gegenteil, wir können die Vorzüge einer touristischen Infrastruktur zu moderaten Preisen genießen. Die Ballearen sollen im Herbst ja schließlich auch sehr schön sein.

So können wir die Wüste Schritt für Schritt erkunden. Zunächst die nähere Umgebung wie das Valle de la Muerte mit dem Fahrrad, dann auf einer gebuchten Tagestour in die östlichen Berge, zuletzt im Mietwagen runter zu den Piedras Rojas und zur großen Sala de Atacama.

Da uns die kalten Nächte mit Temperaturen weit unter 10 Grad langsam doch ein wenig aufs Gemüt schlagen, buchen wir einen Flug im wärmere Gefilde. Bei der Abfahrt merken wir jedoch, dass es sich hier schon aushalten lässt, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt. Schließlich scheint jeden Tag die Sonne und wir lernen mal wieder andere sympathische Langzeitreisende kennen.

Egal – der Bus holt uns ab, es geht auf zum Flughafen!

6 Gedanken zu „Dünne Luft und Salz in der Atacama“

  1. Ich bin latürnich voller Verständnis. Diese furchtbare Kälte. Die Karibik ist beispielsweise auch tauchtechnisch richtig schick und in Curacao schwankt die Jahrestemperatur zwischen 28 und 30°. Von Venezuela lässt sich enstpannt übersetzen 🙂

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