Elfhundert Kilometer Nullarbor

Der Name der großen Karstwüste im Süden Australiens bedeutet „kein Baum“; entsprechend trockene Erwartungen hatten wir vor ihrer Querung. „Nehmt viel Wasser mit“ und „macht so oft ihr könnt den Benzintank voll“ waren einige der Tipps, die wir im Vorfeld erhielten.

Sicherlich ist das alles richtig und gut – doch wir sind tatsächlich an zwei von drei Tagen durch teils sehr starken Regen bei unter zwanzig Grad Celcius gefahren. Hier beginnt halt langsam der Herbst – vor zwei Monaten waren Temperaturen jenseits der vierzig noch gängig.

Und auch das mit dem „kein Baum“ ist stark übertrieben. Klar, auf langen Strecken wächst nicht viel oder nur struppiges Gebüsch. Spätestens am dritten Tag wachsen aber genug Bäume, um das ganze ohne Übertreibung als Wald zu bezeichnen – wenn auch mit steinhartem Boden.

Trotzdem bleibt die Reise eine schöne Erfahrung. Wo kann man schon mal so weit immer nur geradeaus schauen oder gar auf einer 90 Kilometer langen Strecke ebenso fahren? An einer besonders ebenen Stelle machen wir Pause und ich messe die Zeit: ein Fahrzeug benötigt 3,5 Minuten, um von einem Ende des Horizonts zum anderen zu fahren.

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Einen ganzen Tag früher als ursprünglich geplant kommen wir in Norseman an. Die Benzinpreise sinken um ein Drittel, es herrscht normaler Verkehr, hier wohnen Menschen. Die Zivilisation hat uns wieder zurück.