Geschichtskurs im Nationalmuseum

Vom Fähranleger in Wellington fahren wir direkt zum Nationalmuseum Te Papa. Ich konzentriere mich auf die historischen Abteilungen, welche die verschiedenen Phasen der Einwanderung auf diese lange von Menschen unbewohnten Inseln darstellen. Besonders ausführlich wird natürlich auf die ersten menschlichen Siedler, den ab 800 in Kanus ankommenden polinesisch-stämmigen Maori eingegangen, sowie auf die nach der „Entdeckung“ der Inseln durch James Cook folgende Besiedelung durch Europäer im 19. Jahrhundert. Aus der Abteilung, welche die Aufnahme von geflüchteten Menschen behandelt, nehme ich mit, dass Neuseeland bei allen Konflikten der letzten 100 Jahre ein gewisses Kontingent aufgenommen hat, und sich um eine vorbildliche Integration mit Sprachkursen und Sozialarbeitern kümmert. Allerdings werden pro Jahr auch nur einige Hundert Menschen aufgenommen, was selbst für ein kleines Land wie Neuseeland äußerst wenig ist.

Kurz bevor das Museum schließt, laufe ich noch schnell durch die groß gehypte, von Peter Jacksons Weta Workshop entworfene Ausstellung zur Schlacht von Gallipoli. Die Atmosphäre und die überlebensgroßen Figuren sind schon sehr beeindruckend, die Informationen sind dagegen eher dürftig. Offensichtlich soll da mehr die kollektive Seele der Kiwis getätschelt werden als echte Aufklärung betrieben werden.

Das Walskelett quer durch die biologische Abteilung und der konservierte Riesentintenfisch aus der Tiefsee haben mich da mehr beeindruckt – und die jeweiligen Statistiken zur massiven Reduktion des Waldbestandes und der Biodiversität – erst durch die Maori, dann durch die Europäer – haben mich mehr erschüttert.

Trotzdem, das Te Papa ist ein tolles Museum mit perfekt designten Ausstellungen, und der Besuch ist kostenlos.

Wir versuchen dem Regen in Wellington zu entkommen und fahren direkt eine Stunde nordwärts, um wie so oft auf einem Parkplatz mit Strand zu übernachten.

(Artikelbild von Michael Klajban via Wikimedia, CC-BY-SA)

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