Karibische Ups and Downs

Wir sind zurück am Festland, und haben die Überfahrt nach Panama tatsächlich überstanden! Das ganze war nicht immer einfach, aber es gab viele sehr besondere Momente.

Wir hatten zum Beispiel mit Adam einen hochmotivierten Profikoch aus London dabei, der jeden Tag aufs Neue kreative Leckereien aus der Kombüse hervorzauberte. Zwischendrin mal auf offener See anzuhalten und in das absolut klare, tiefblaue Wasser zu springen, mit keinem Festland oder auch nur einem anderem Schiff in der Nähe, um 1000m über dem Meeresboden zu schwimmen, ist schon ein ganz anderes Gefühl als am Strand zu planschen. Die Natur bot auch so manch tolles Schauspiel – Sonnenunter- und Mondaufgang, Gewitter in allen Richtungen, ab und an eine Windhose (nichts davon in kritischer Nähe), das ist gerade bei reiner Segelfahrt alles sehr beeindruckend.

Doch wenn der Wind uns entgegen weht und die Wellen in die andere Richtung schlagen, dann sorgt das für ein unruhiges Geschaukel, welches bei vielen für Seekrankheit sorgt und entsprechend die Stimmung etwas dämpft. Insgesamt herrscht zwei, drei Tage lang bleierne Lethargie bei allen Beteiligten, selbst unseren 333. Reisetag nehmen wir schlicht zur Kenntnis ohne darauf anzustoßen.

An den San-Blas-Inseln angekommen ist das aber schnell wieder vergessen. Das Wasser ist klar, das umgebende Riff riesig, die Sonne brennt. Beim Schnorcheln entdecken wir wunderschöne Korallenfelder, massig Fische, ein paar Stachelrochen und sogar Delphine und Haie in größerer Entfernung.

Doch dann versaue ich es mir selbst, und das recht ordentlich.

Um einen massiv plastikverseuchten Strand zu dokumentieren, schwimme ich bei leichtem Regen mit meiner Kamera zu ebenjenem und überschätzte dabei die angepriesene Wasserfestigkeit meines Ortlieb-Drybags und / oder den Spritzwasserschutz der Kamera. Jedenfalls geriet Wasser ins Gehäuse und seitdem macht sie keinen Mucks mehr. Sehr ärgerlich, vor allem weil es keine Olympus-Händler in Mittelamerika gibt, aber letztlich nur ein materieller Verlust, der sich durch die erweiterte Garantie letztendlich hoffentlich in Grenzen halten wird.

Zu toppen wusste ich das nämlich einen Abend später, als ich hungrig kochend die Grundlagen der Physik bezüglich Druck und Temperatur vergaß und sich der kochend heiße Inhalt eines Dampfkochtopfes schlagartig in meine Richtung ergoss und meine linke Hand in eine dunkelblaue, stark schmerzende und an manchen Stellen Blasen werfende Klaue verwandelte. Weit vom nächsten Hafen entfernt halfen gegen die ziemlich fiesen Schmerzen nur noch starke Beruhigungsmittel. Nach einer Nacht ist der Zustand zum Glück nur noch sehr unangenehm, aber erträglich. Im Meer planschen oder gar noch mal tauchen fällt halt leider flach.

Einen Tag später erreichen wir das Festland in der Nähe von Portobello, müssen zur Erledigung der Einreiseformalitäten aber erst in die ziemlich heruntergekommene Stadt Colon, bevor wir einen Bus an die andere Küste nach Panama-City besteigen können. Gerne wären wir direkt weiter an einen schönen Strand gefahren; die verbrannte Hand fordert aber ein paar Tage Pflege und Beobachtung, bevor es wieder in Regionen ohne medizinische Versorgung gehen kann.

8 Gedanken zu „Karibische Ups and Downs“

  1. @Swimming in blue water: YEAH!
    @Gourmet Koch: Mmmh!
    @San Blas: Paradiesisch!
    @Kamera: Damn. Aber hey!
    @Cartagena, Portobello, Colon: Fantastisch-dystopisch-dschungelig-karibisch?
    @Hand: ARRRR! Gute Besserung! Aloe Vera sollte dort so ziemlich überall wachsen und schnell helfen …

  2. Oje Rue soviel Pech im Paradies… der nächste Olympus Service wäre übrigens in Caracas (mir ist auch schonmal eine Olympus in der Karibik kaput gegangen). Aber merke: Spritzwassergeschützt heißt: Regen ja, Schwimmen nein!
    Ich wünsche dir noch weiterhin gute Besserung!
    Grüße
    @lf

  3. Colon war schon krass, und wir waren nur zwei Stunden am Busbahnhof. Da würde ich sehr gerne ernsthafte Streetphotography machen, stelle mir das aber schwierig und gefährlich vor.

    Die Kamera hatte ich beim Schwimmen ja im Drybag, der leider nicht trocken hielt. Jetzt muss für die letzten drei Wochen das Handy reichen.

  4. ok, das mit dem Drybag ging nicht aus dem Beitrag hervor (oder ich hab’s überlesen). naja, wenigstens ist es gegen Ende passiert.

    Ich hoffe die Hand ist mittlerweile auch wieder einigermasen heile?

    Grüße
    @lf

  5. UUUH! KRAAAASSSS! Sieht ein bisschen aus wie der Panzer einer Schildkröte! Machst Du ne tägliche Time-Lapse-Doku?

  6. Gibt schon noch ein paar mehr Bilder. Für einen Timelapse bräuchte ich aber mehr als maximal eines pro Tag und möglichst gleiche Aufnahmebedingungen.

    Das obige ist aber visuell definitiv das krasseste; obwohl da schon alle offenen Stellen zugeheilt waren.

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