Mondäne Erholung auf Don Khone

Träge und kraftvoll umspült der Mekong die beiden Inseln Don Khon und Don Det. Die alte Eisenbahnbrücke, betonierter kolonialer Machtanspruch, wartet seit 60 Jahren auf eine Lokomotive, und steht derweil gelangweilt im Wasser.

Selbst hier in diesem vergleichsweise ruhigem Bereich zu schwimmen lässt einen die Kraft des Wasser spüren. Nach jedem Zug hinaus bewegt sich das Ufer ein wenig zur Seite. Wie man beim Anblick der gewaltigen Wasserfälle etwas stromabwärts auf die Idee kommen kann, sie mit einem Schiff zu passieren, wie das einst die französische Kolonialmacht vergeblich versuchte, bleibt rätselhaft und kann nur mit herrschaftlicher Arroganz erklärt werden.

Die neuen Herrscher der Inseln sind laotische Großfamilien oder eingeheiratete Westler mit genügend Kleingeld, um ein gepflegtes Hostel oder ein Freibad zu errichten. Ihnen gemahnen die rostigen Dampfrösser und überdimensionerten Betonstrukturen, dass keine Gesellschaftsordnung von permanenter Dauer ist.

Wir finden hier erneut die tiefe Entspannung, die wir in den ersten Monaten unserer Reise vermissen ließen. Mondaufgang und Sonnenuntergang sind faszinierende Spektakel genug, es braucht keine Tätigkeit von unserer Seite, um eine gute Zeit zu haben.

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Mit kleinen Tränen in den Augen und klaren Vorstellungen davon, was wir bei einem erneuten Besuch in Laos ausführlicher Erforschen würden, kaufen wir Tickets in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Phen. Auf die Reise sind wir gespannt, im Internet ließt man von korrupten Grenzern und sinnlosen Pausen an überteuerten Raststätten.