Pakse und Bolaven-Plateau

In die große Stadt im Süden fahren wir mal wieder mit einem local Bus. Man kann nur hoffen, dass ein Teil des Fahrgeldes in neue Fahrzeuge fließt; zerschlissene oder zerbrochene Sitze, fehlende Fenster und ein ständiger überhitzender Motor sind für niemanden ein Vergnügen. Natürlich kommen wir dank der umsichtigen Fahrer trotzdem wohlbehalten in Paksé an.

Hier wollen wir unsere Visa um ein paar Tage verlängern, um noch ausreichend Zeit für eine ausgedehnte Motorrollertour über das Bolaven Plateau zu haben. Für uns blutige Anfänger war zudem das Klettern in Thakek sehr anstrengend, weshalb ein extra Ruhetag an den Ufern des hier bereits sehr breiten Mekongs sehr willkommen ist.

Die Bolaven-Loop scheint eine beliebte Aktivität bei Backpackern zu sein, die Rollerverleiher veranstalten jeden Abend Vorbereitungstreffen. Wir verpassen unseres zwar, haben aber eine Karte (und Google Maps und Wikitravel) und beschließen nicht wie alle anderen im sondern gegen den Uhrzeigersinn zu fahren. So treffen wir nicht zu den selben Zeiten wie alle anderen an den interessanten Spots ein, können abends in den (wenigen) Unterkünften aber konkrete Erfahrungen mit anderen Reisenden austauschen. Außerdem treffen wir Leute wieder, die wir zuvor woanders in Laos kennen gelernt haben. Joan auf seiner Heidrun treffen wir sogar zum dritten und vierten Mal.

Neben den knallbunten Sonnenauf- und -untergängen, den Kaffeeplantagen und den vielen kleinen Dörfern ist die Rundfahrt vor allem von Wasserfällen, Wasserfällen und Wasserfällen geprägt. Neben dem 100 Meter hohen Tad Katamok, der still und kraftvoll in der Ferne rumpelt, begeistern uns vor allem die fünf Fälle um den Tad Tayicseua. Bei unserer Ankunft bekommen wir einen Tipp von jemanden, der den Rundweg per GPS aufgezeichnet hatte. So sparen wir uns einen anstrengenden Hügel, legen dafür ein paar hundert Meter von Stein zu Stein springend entlang des reißenden Flussbettes zurück.

Sehr aufschlussreich ist auch die offenbar zum Pflichtprogramm gehörende Führung über die Felder des Kaffeebauers „Captain Hook“. Neben vielen Details zum kleinteiligen Anbau und Verkauf lernen wir, welche Wildpflanzen für medizinische Zwecke nützlich sind, wie man Eidechsen mit einer Schusswaffe aus einem Grashalm jagen kann und dass man roten Ameisen den Kopf abtrennt bevor man sie isst.

Besonders prägnant sind aber seine Erläuterungen zur lokalen Stammeskultur, die stark von Animismus und Patriachat geprägt ist, mal ganz davon abgesehen, dass in seinem Dorf jeder ab dem Alter von drei Jahren Tabak aus einer Wasserpfeife aus Bambus zu rauchen beginnt. Die Details dieser Gesellschaft erscheinen nicht nur für uns westlich geprägte Menschen ungerecht. Auch er ist hin- und hergerissen zwischen dieser starren Gesellschaft, in der er aufgewachsen ist und die ihn nicht los lässt, und den persönlichen Freiheiten, die er während des Chemiestudiums in Bangkok kennen gelernt hat.

Jedenfalls produziert und verkauft er ganz hervorragenden Kaffee der Sorten Arabica und Robusta, der aus einer Bambusrohrtasse besonders gut schmeckt.

Abgesehen von einem platten Reifen, einem leichten Sturz und fast verlorenem Gepäck kommen wir ganz gut um die Runde. Mit fünf Tagen für die 360km lassen wir uns auch viel Zeit, bevor wir wieder zurück in Paksé sind. Unser letzter Stop in Laos wird dann das Gebiet der 4000 Inseln sein, wohin wir am Morgen des 24. Dezembers fahren.