Peterhof und Plattenbauten

Im Grunde ist ja diese ganze Stadt ein einziges großes Museum voller Sehenswürdigkeiten, aber ein wenig Sightseeing muss dann doch auch sein. Wir entschließen uns trotz durchwachsenem Wetter für einen Ausflug zum ehemaligen Residenzschloss Peterhof, um durch Parkanlagen flanierend raffinierte Wasserkaskaden und Springbrunnen zu bewundern.

Wir beschließen zumindest für die Hinfahrt ein Schnellboot zu besteigen. Die in russischer Sprache vorgetragene Verkaufsveranstaltung ignorieren wir geflissentlich und bestaunen lieber die ausgedehnten Hochhaussiedlungen, die sich vor den Toren der Stadt ausbreiten.

An der Parkanlage angekommen weiß diese auch wirklich zu begeistern, allerdings mag ich mir den Füllegrad an einem sonnigen Wochenende gar nicht erst vorstellen. Selbst abseits der großen Wege begegnen uns ständig Reisegruppen. Erst ein kräftiger Regenguss zerstreut die Menschenmassen, und es haben gezähmte Eichhörnchen und sie verfolgende Krähen ihren Auftritt.

Den Rückweg legen wir bis zur ersten Metrostation mit dem Stadtbus zurück. Das dauert zwar ein wenig länger als der Minibus, ist dafür aber günstiger und man hat mehr Zeit, die wechselnden Plattenbaustile der letzten 40 Jahre zu bewundern.

Das um die Station Avtovo befindliche Prospekt Stachek erinnert frappierend an die Berliner Stalinallee und wurde auch um die selbe Zeit herum erbaut. Irgendwann scheint hier die Stadt auch mal zu Ende gewesen zu sein – was besonders die Pendler zu spüren bekommen, die jeden Tag an einem Bahnübergang an den Güterrangiergleisen warten müssen. Diese schmutzige Industrieromantik ist ein willkommener Kontrast zu der zwar wunderschönen, aber doch recht kitschigen Ästhetik des Peterhofes.

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3 Gedanken zu „Peterhof und Plattenbauten“

  1. Und da sind die Bilder. Viel zu viele sind das geworden! Und ein paar Hundert mehr gibt es noch vom restlichen Sankt-Petersburg…

  2. Geil Rue, da sind ettliche richtig geile Bilder dabei!
    Es ist schön, wie ihr uns an euerer Reise teilhaben lasst! Weiter so!

  3. Oh, freut mich dass dir die Bilder gefallen! Beim erneuten durchsehen bin ich nicht mehr so überzeugt, ob die überzogene Sättigung bei den Peterhof-Bildern nicht doch ein wenig zu viel war… egal, bleibt jetzt so.

    Komme nur gerade mit Bilder sichten gar nicht nach – hab aber ja bald ein paar richtig lange Zugfahrten um das nachzuholen.

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