Real existierender Feriensozialismus

In der Republik Kuba gibt es zwei offizielle Währungen und daher im Grunde auch zwei (nicht ganz scharf) getrennte Wirtschaftssyteme. Das ist einerseits der kubanische Peso (CUB) für die Versorgung der breiten Bevölkerung mit wenigen einfachen Speisen wie Pizza, Hühnchen, Reis und Cuba Cola. Zusätzlich wurde der Peso Convertible (CUC) eingeführt, der 25-mal so viel Wert ist, und ungefähr einem Euro entspricht.

Die in den Cafés und Bäckereien arbeitenden staatlichen Angestellten haben keinen regelmäßigen Zugang zu Devisen. Ihr Einkommen liegt noch unter dem landesweiten Durchschnitt von 450 CUB (19 Euro).

Zum Vergleich: für eine Übernachtung in einer privaten Wohnung, einer Casa Particular, zahlen wir für ein Zimmer pro Nacht 25 CUC, für ein normales Essen in einem Restaurant 5 CUC.

Man kann sich vorstellen, dass diese ständig vor Augen gehaltene, massive Ungleichheit bei denjenigen, die nicht am Devisenkreislauf teilhaben können, ungemein auf die Stimmung schlägt. Entsprechend gedrückt ist die Stimmung in den Essensausgabestellen, und wir bezahlen dort regelmäßig zu viel oder bekommen einfach kein Wechselgeld – wer kann’s ihnen verübeln.

An den vier Tagen in Havanna erlaufen wir uns die Altstadt und besuchen eine Reihe von Museen: das Revolutionsmuseum (Fiedels Stiefel!), die erste spanische Festung (tolles, riesiges Segelschiffmodell!), das Havana-Club-Museum (es gibt eine jährliche $1.200 Edition!) und das Eisenbahnmuseum (rostige Lokomotiven in einem verfallenden Bahnhof!).

Schließlich fahren wir noch für ein paar Tage an die Schweinebucht. Dort zu tauchen ist tatsächlich sehr schön; es geht direkt vom Ufer los ins 30 Grad warme Wasser, ein kurzes Stück weiter beginnt bereits ein buntes und wundervoll intaktes Korallenfeld. Große Schwärme sucht man zwar vergeblich, aber es gibt sehr viele verschiedene, vereinzelte Fische. Bei der sehr klaren Sicht und grellem Sonnenschein erstrahlt alles in bunten Farben. Schade, dass man nur in geführten Touren und nicht auf eigene Faust tauchen gehen darf.

Es ist kaum zu fassen, aber unsere Reise geht hier tatsächlich zu Ende. So nehmen wir ein letztes Bad im Meer, holen uns einen letzten Sonnenbrand, trinken einen letzten Mojito, betanzen ein letztes Tropengewitter und packen ein letztes Mal die Rucksäcke, bevor wir uns auf die lange Reise zurück begeben.