Ulaanbaatar

Der Zug nach Ulaanbaatar ist endlich mal mit chinesischer Garnitur ausgestattet. Die (nun ausschließlich männlichen) Zugbegleiter befeuern das Heißwasser mit Holz und Kohle, und kochen sich auf dem Ofen eine Suppe. Das Restaurant ist in gedeckten Rottönen schön ausgestattet und lässt den Luxus der gehobenen Zugklassen erahnen. Auch hier ist die Wirtin äußerst gesellig und weiß mit pikanten Details ihrer Kollegen aufzuwarten. Zum Grenzübertritt müssen wir aber ins Abteil zurück, das Restaurant wird dann auch ausgewechselt. Das ganze Porzedere dauert auch nicht länger als zwischen Litauen und Russland; von den sechs bis zehn Stunden, die gerne kolportiert werden, kann keine Rede sein.

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Nach einer mal wieder viel zu kurzen Nacht werden wir kurz vor Sonnenaufgang vom Schaffner barsch geweckt und wiederholt um die Herausgabe der Bettsachen gebeten. Währenddessen ziehen vor den endlich auch mal zu öffnenden Fenstern die Ausläufer der Stadt vorbei; zunächst Gers und Hütten, dann Industrie. In der Ferne versorgt ein Kraftwerk die Mischung aus sozialistischen Hochhäusern und modernen Glaspalästen mit Energie. Nach der Einfahrt im Bahnhof verstehen wir die Hektik des Zugbegleiters; fast alle steigen aus, während draußen ebenso viele Menschen darauf warten, in einen sauberen Zug mit leeren Kojen einsteigen zu können.

Wir werden direkt von unserer Unterkunft abgeholt, wo wir zunächst den fehlenden Schlaf nachholen. Das Golden Gobi bietet auch Touren an – wie man so hört der gängigste Weg dieses weitläufige Land zu bereisen. Da wir im Vorfeld nichts geplant hatten, holen wir das erst mal nach und besuchen auch einen anderen Anbieter. Einen Tag später schwirrt uns der Kopf ob der vielen Möglichkeiten, und beschließen dann fast spontan, eine Gruppe per Inlandsflug einzuholen, und an einer Tour durch das Altai-Hochgebirge und die Provinz Khovd teilzunehmen.

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Bis dahin bleibt uns noch ein Tag, um Handschuhe und warme Unterwäsche zu besorgen. Viel sehen wir dabei nicht von der Stadt und fühlen uns auch nach drei Tagen noch immer nicht in diesem Land angekommen. Das wird sich aber bestimmt bald ändern.

Das nächste Update wird es demnach vielleicht erst in ein bis zwei Wochen geben. Und auch das nur, falls wir die Besteigung des Malchin-Gipfels (4050m) überstehen.
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