Verlassener sowjetischer Luftwaffenstützpunkt

Mit den Hinterlassenschaften der Roten Armee, insbesondere wenn es sich um mit Gras bewachsene Hangars handelt, verbindet mich ja eine gewisse Affinität. Als ich dann vom 1992 verlassenen, ehemals größten mongolischen Stützpunkt der sowjetischen Luftstreitkräfte hörte, war ein Ziel gesteckt und ein Plan gemacht.

Mit Google Earth und Websuche finde ich ein paar wenige Details. Das 24 Kilometer südlich gelegene Choir scheint ein besserer Ausgangspunkt zu sein als die 10 Häuser, die sich um den zu Bayantal näheren Bahnhof scharen. Nach viel herumfragen und harten Preisverhandlungen werden wir in einem Sammeltaxi mitgenommen. Das Lachen der Fahrerkollegen und die schiefen Blicke der Mitinsassen ob unseres Fahrtzieles kommen mir etwas komisch vor, aber so schnell lassen wir uns nicht abschrecken. Das hat ja selbst die in der Nacht bei mir begonnene und mich entsprechend ermattende Magen-Darm-Infektion nicht geschafft.

Man lässt uns bei einer Reihe von Plattenbauten aussteigen, von denen die meisten verfallen, manche aber auch renoviert und bewohnt sind. Ein Reisebus, der uns eventuell zurück bringen könnte, fährt los bevor wir einen Fahrplan in Erfahrung bringen können. Am Horizont zeichnen sich auf der ansonsten ebenen Steppe grün bewachsene Hangars ab, deren standardisierte Bauform uns sehr vertraut ist.

Leider verlässt uns dann das Glück. Zunächst fährt ein Motorrad, nur scheinbar zufällig, von einem Ger heran und knapp an uns vorbei. Ein Pickup, vom Gelände kommend, beäugt uns, fährt aber weiter. Doch dann hält ein weiterer Motorradfahrer direkt auf mich zu, und macht mir klar, dass es in diese Richtung nicht weiter geht und Fotografieren nicht erwünscht ist. Wir einigen uns darauf, in 300m Entfernung vom Zaun entlang zu laufen. Das genügt den in einem schwarzen Pickup heranfahrenden, kräftigen Gestalten überhaupt nicht. Der Pass wird verlangt, anschließend dürfen wir zurück zu den ehemaligen Wohnhäusern laufen. Unsere Richtung wird lange vom Motorradschergen überwacht und wir haben auch kein Interesse an größerem Ärger oder genug Energie um den Eingang weitläufig zu umgehen.

So blieb der Wunsch nach einem Sonnenbad auf einem Hangar leider unerfüllt. Immerhin gelangen wir noch in eines der vor sich hin rottenden Gebäude, bewundern einige architektonische Andenken an vermeintlich bessere Zeiten und sind dann einfach nur noch froh, dass wie aus dem Nichts ein Auto vorbeifährt und uns nach Handzeichen sofort mit zurück nach Choir nimmt.

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