Christchurch


In der vom Erdbeben gezeichneten Stadt komme ich ohne Zimmerreservierung an. Der Shuttle vom Bahnhof lässt mich in der Bealay Avenue raus, in der es viele Hostels gibt, und von wo aus mich morgen der Bus nach Dunedin fahren wird. Doch aufgrund des Verlusts von circa 1.500 Bettenplätzen ist alles belegt. Nach ein wenig Hin und Her bietet mir die Chefin des „the right place backpackers“ an, für eine Nacht bei ihren Dauergästen zu schlafen („be aware, one of them is messy“). Ich bin mal wieder zur rechten Zeit am rechten Ort, was schon länger das Motto meiner Reise zu sein scheint.

Ich leihe mir ein Rad, und fahre einmal den Zaun der abgesperrten Innenstadt ab. Es ist kaum jemand unterwegs, nur vereinzelt öffnen wieder Lokale. Es stechen Brachflächen, Schutthaufen und Baumaschinen ins Auge. Die provisorisch hingestellte Container-Mall macht einen sehr schicken Eindruck, und soll wohl den Weg in die Zukunft weisen.

Auf einem leeren Grundstück installiert eine Gruppe junger Menschen ein fahrradbetriebenes Open-Air-Kino, woanders wachsen aus den Zick-Zack-Rissen der Erdstöße Grünpflanzen.

Am Ende der Runde entdecke ich ein Thai-Restaurant, und esse scharfen Fisch mit Gemüse und Reis. Meine Schulter schmerzt noch immer aufgrund des Sturzes heute Mittag, und ich beschließe bei ausbleibender Besserung morgen einen Kurzbesuch bei einem Arzt einzuplanen.

Während ich den Text schreibe und die Photos bearbeite, bekomme ich ein wenig vom Hostelleben mit, und bin froh, dass ich nur bei einem schnarchenden Messi schlafe.

3 Gedanken zu „Christchurch“

  1. Die Stadt ist gezeichnet von Risse die sie durchziehen und am Ende noch deine Schulter 😉 Ich nehme dich mal fürsorgliche an die Hand. :-)Habe acht auf dich und weitere tolle Berichte die wir mit Begeisterung verschlingen. Am Sonntag gab es Scheufele und Klös mit Bayerisch Kraut. Eingefroren warten drei fertig gebratene auf dich – scharfer Fisch hört sich sehr verlockend an.
    Gruss von allen mit Katze

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