Rumble in the Jungle

Ähnlich wie in Picton bin ich auch in Takaka wieder viel länger hängen geblieben, als ich das ursprünglich gedacht hätte. Ich fühle mich aber auch wohler damit, einige wenige Orte genauer erkundet zu haben, als einen großen Bereich nur oberflächlich gesehen zu haben.

Das Luminate-Festival habe ich guten Gewissens ausgelassen. Sicherlich gab es da eine Menge neue Musik zu entdecken, aber da das ganze auf einem Berg stattfand, der am gesamten Wochenende in dicke Wolken gehüllt war, musste ich da nicht lange grübeln. Später traf ich immer mal wieder Leute, die dort waren – die waren alle sehr begeistert ob der guten Stimmung, beklagten aber auch den tagelangen Nieselregen. Erstaunlich fand ich zu hören, dass jeder Besucher verpflichtet war, alles wieder mitzunehmen, was er mitgebracht hatte, und dass das ganze recht anstandslos ohne Müllpfand oder ähnliches funktionierte.

Ich dagegen verbrachte die zumeist bedeckten Tage auf meinem geliehenem Rad. Ich erforschte den liebevoll angelegten Labyrinth Rocks Park, die abenteuerlich zu erreichende Rawhiti Cave, das wundergrüne Grove Scenic Reserve in Pohara, die heiligen Waikoropupu Springs,  sowie die anachronistisch anmutende Pupu Hydro Power Station und genoss es ansonsten, in der schönen Landschaft ein wenig herumzustrolchen. Im Meer baden war ich leider gar nicht – eine diesbezügliche Tour nach Rangihaeata scheiterte an der niedrigen Tiede, die den Strand in die Nähe des Horizonts verschob. Die Kamera war immer dabei, die knapp 150 Bilder werden aber noch eine Weile auf ihren Upload warten müssen.

Den gestrigen Tag verbrachte ich mit detaillierten Planungen für meine große Wanderung auf dem Heaphy-Track. Ich werde ab heute fünf Tage lang auf einem Wanderweg durch die Wildnis marschieren, ohne Strom, Telefon oder auch nur der geringsten Einkaufsmöglichkeit. Ich werde also neben Campingausrüstung auch genügend Nahrung für die gesamte Tour mitschleppen. Der erste Tag beginnt dann auch gleich mit der Überquerung der 868 Höhenmeter des Perry Saddle; anschließend geht es vier Tage durch subalpines Gebirge, Dschungel, Busch- und Flusslandschaft in Richtung der stürmischen Westküste. Dort wird mich ein Bus nach Kohaihai nach Karamea bringen wird, wo mich eine heiße Dusche und ein warmes Bett erwarten, bevor es dann schließlich weiter in den Süden gehen wird.

7 Gedanken zu „Rumble in the Jungle“

  1. Es wird für uns hart sein einige tage von dir nichts zu hören. Wir haben uns mal deinen Wanderweg in google earth angesehen – Respekt. Wunderbare tage und eindrücke wünschen wir dir auf dieser großen wanderung.

  2. Ah wie ich sehe wirst du deinen langen Haaren jetzt endlich gerecht und bist unter die „Baumumarmer“ gegangen, alter Hippie 😉

  3. Hey Rue,

    falls du in Punkaiki vorbei kommst, dann mach dort unbedingt einen Stop und schieß mir ein paar Fotos von den Pancake Rocks… dort hat damals meine Technik versagt und ich habe kein einziges Bild von diesem einzigartigen Felsformationen! Vom Strand schon:
    http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/865550/display/8431779

    Ganz viele liebe Grüß von einen gestressten und frierenden
    @lf

    P.S. Mein Neid reist weiterhin mit dir, er ist sogar exponentiel gewachsen, seit du in Neuseeland bist 😉

  4. Ich bitte zu beachten, dass es sich hier „nur“ um eine Baumwurzel handelt.

    Und von wegen Haare: so lang sind die gar nicht mehr. Schließlich war ich in Tokyo beim Friseur. Das war doch erst vor ein paar Tagen, oder?

  5. Als Busreisender kann ich leider nicht viele Zwischenstops machen; ich fürchte, die Pancake Rocks reizen mich nicht genug, um da einen Tag zu bleiben.

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