Vier Tage am Strand und dann nach Wellington

Nach zwei Wochen des ständigen Umherreisens waren ein paar Tage der Ruhe genau das Richtige. Die größte Aufregung der letzten Tage war die Nahrungsbeschaffung, ansonsten dominierten kurze Spaziergänge am Strand oder auf den Klippen sowie das Beobachten der Gezeiten das Tagesgeschehen. Die gleißend hell scheinende Sonne sorgt dabei nicht nur für einen knackigen Teint, sie lässt einen auch die durchaus kühlen Nächte vergessen.

In unserem Strandhaus hatten wir nicht mal GSM-Empfang, ein Problem, was mir in Laos kein einziges Mal untergekommen ist. Vielleicht habe ich da aber auch einfach nie darauf geachtet.

Anschließend stand der Gig in Wellington an. Das „Mighty Mighty“ ist von außen kaum zu erkennen, lediglich eine Tür zu einer langen, dunklen Treppe geht zur Cuba Street hinaus. Oben angekommen landet man an einer großen Bar, und dem mit gemütlichen Sofas, Stühlen und Tischen besetzten Konzertsaal. Hier hat schon so manche Indie-Größe gespielt, lustigerweise wird es von Bonaparte in ihrem Song „Do You Want To Party“ erwähnt, was mir vorher nie aufgefallen war.

Das Konzert verlief diesmal nicht nur ohne größere technische Probleme – die Band hat einfach mal fett gerockt, und das Publikum konnte sich für „german reggea noise rock“ gut begeistern. Ich hatte ab dem vierten Song wieder Spaß an der Kasse für Eintritt und Merchandise. Ein besonders begeisterter Neu-Fan handelte ständig neue Deals aus, um seine Freunde auch noch hineinzubekommen; leider teilten sie seinen überbordenden Enthusiasmus in keiner Weise, und bevorzugten es, außerhalb des Vorhangs an der Bar sitzen zu bleiben. Immerhin erwarb er noch ein T-Shirt, wofür er extra beim Barkeeper Bargeld mit seiner Kreditkarte abhob.

Für die Nacht war ein Teil der Truppe bei Sally der Soundtechnikerin untergebracht. Während draußen ein fieser Sturm am pittoresken 4er-WG-Haus rüttelte, erfuhren wir, dass sie mal eine Weile in Berlin gegenüber der Volksbühne gewohnt hatte, und von dort aus eine neuseeländische Band auf deren Europa-Tour begleitete.

In dieser Nacht formte sich auch die Entscheidung, der Band doch nicht zu ihrem letzten Gig ins 400km nördlich gelegene Hamilton zu folgen, sondern möglichst bald auf die Südinsel überzusetzen. Ich bin wie gesagt des vielen Hin- und Herfahrens ein wenig müde. Und so schön es ist, in einer Gruppe mit all ihren Dynamiken zu reisen, so sehr vermisse ich mittlerweile auch die Unabhängigkeit des lone travellers.

Daher hieß es nach einem kurzen Abstecher zu Freunden in Levin: cheers mates, it was a pleasure! Wish you all a good time! In ein paar Stunden bringt mich die Fähre auf die Südinsel.

Ein Gedanke zu „Vier Tage am Strand und dann nach Wellington“

  1. Die Oma war schon richtig nervös weil du lange nicht berichtet hast von deiner Reise. „Fährt er auch mit dem Schiff, in der heutigen Zeit ? „, bnge sie sich.
    Der Käpitän wird dich schon nicht in Grund und Boden fahren.
    In Gedanken mit dir , Gruss Oma Jutta und Katze – halt ich auch

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