Vom Rauchen in Japan

Das Rauchen ist in Japan recht unterschiedlich zu Deutschland reglementiert. Auf offener Straße darf eigentlich nirgends geraucht werden, außer in speziell vorgesehenen Raucherbereichen. Diese bestehen manchmal aus einem Aschenbecher neben einem Zigarettenautomaten, oder einem Eimer vor einem Geschäft. Natürlich hält sich nicht jeder daran, aber selbst, wenn außerhalb der designierten Zonen geraucht wird, gebietet es die Höflichkeit, zumindest eine etwas abseits liegende Ecke aufzusuchen, und seine Stummel in der Hosentasche oder einem Taschenaschenbecher. Letztere gibt es in jedem Supermarkt zu kaufen – kleine Täschchen mit feuerfestem Stoff im Inneren. Auch teure Varianten für Geschäftsleute wurden gesehen: matt glänzende Edelstahlzylinder, die Platz für eine Handvoll Kippen bieten.

Wenn man sich nicht an diese Regeln hält, und einfach auf offener Straße raucht, kann es durchaus passieren, dass man von einem freundlichen Mann einen Taschenaschenbecher nachdrücklich angeboten bekommt. Diese Ordnungsbeamten tragen blaue Uniformen, auf denen große Symbole für „Rauchen verboten“ und „Fahrrad fahren verboten“ genäht sind. Solche Patrouillen finden nicht überall statt; so gehört es in der Gegend um das Hotel New Koyo zum Straßenbild, das laufenderweise auf offener Straße geraucht wird, was in Shibuji undenkbar ist.

In Restaurants und Bars gibt es dagegen keine einheitlichen Regeln. Hier stach ein Laden heraus, der von 11-17 Uhr das Rauchen verbot; anschließend wurden die Aschenbecher verteilt, und munter drauf los gequalmt. In den omnipräsenten Spielhallen sind Raucher und Nichtraucher gleich auf verschiedene Stockwerke verteilt.

Kurz gesagt ist es oft einfacher, ein Etablissement zu finden, in dem geraucht werden darf, als auf der Straße einen Raucherbereich unter freiem Himmel.