Beginn einer neuen großen Reise

Eigentlich sollte diese Reise vor zwei Jahren starten. Eigentlich sollte sie auch wieder teilweise durch Zentralasien führen. Dann breitet sich SARS-CoV-2 auf der Erde aus und an Fernreisen war nicht zu denken. Zu Beginn des Jahres, die Pandemie ist nicht zuletzt dank der Impfungen großteils handhabbar, eskaliert Putins Russland den Ukrainekonflikt zu einem brutalen Angriffskrieg. Dabei hätte die Menschheit mit der Eindämmung der Klimakatastrophe bereits mehr als genug zu tun.

Unter diesen Gegebenheiten überhaupt zu verreisen, das muss man sich schon gut überlegen. Trotzdem haben wir uns für einen Start im bislang noch nie von uns besuchten Subsahara-Afrika entschieden. Mein Traum, jeden Kontinent zumindest einmal bereist zu haben, wäre damit erfüllt.

Uganda als konkreter Startpunkt war eine eher spontane Entscheidung gegen Kenia, auch wenn ein Besuch an dessen Küste bereits fest angepeilt ist. Dank des Ostafrikavisums in unseren deutschen Reisepässen ist das genauso wie ein Besuch in Ruanda in den nächsten 90 Tagen problemlos möglich.

Flug von Berlin nach Entebbe

Unser allererster Abflug am BER läuft mehr oder weniger reibungslos. 30 Minuten für den Sicherheitscheck sind erträglich, aber im Vergleich zu Tegel oder Schönefeld wahrlich kein Fortschritt. Negativ fällt auf, dass es offenbar landseitig keinen schönen Ort gibt, um noch gemütlich ein Bier zum Abschied zu trinken. Der (sehr teure) Red Baron in Tegel war schon ok!

Der Flug mit Qatar Airways stellte den besten Kompromiss aus Komfort, Preis und CO2 Emissionen dar. Beim Umsteigen in Doha fallen die chinesischen Reisegruppen auf, die zwischen den ganzen Luxusgeschäften in weißen Ganzkörperanzügen, Gesichtsvisieren und FFP3 Masken hin und her eilen. Wir sind selbst auch nicht weniger konfus, denn leider hat die Reisevorbereitung mit Wohnung untervermieten, Bürokratie erledigen, Freunde verabschieden und nicht zuletzt Klamotten und Ausrüstung packen kaum noch Zeit für konkrete Reiseplanungen gelassen. Bis auf ein paar grobe Dots auf der Google Map und einem AirBnb für die ersten vier Tage in Entebbe haben wir nicht viel.

Zum Glück werden wir abgeholt und direkt zu unserem Apartment im Bezirk Lugonjo gefahren. Diese sehr kurze Fahrt verursacht bei uns bereits einen gehörigen Kulturschock; der aber auch zu erwarten war, schließlich waren wir noch nie in Afrika, und hier ist erst mal alles etwas anders. Da ist viel Leben auf der Straße, der Verkehr ist ein undurchschaubares Chaos, es riecht nach Abgasen und verbranntem Holz, und die Aufmerksamkeit, die man als Bleichgesicht auch in einem Auto unweigerlich von manchen Menschen auf sich zieht, die hatten wir zuletzt in ähnlicher Art in China vor sieben Jahren erlebt.

Unsere Hosts empfangen uns äußerst herzlich und wir fühlen uns sehr willkommen. Die Wohnung ist riesig und hat einen wunderbaren Blick auf den Lake Victoria. Nach einer kurzen Dusche holen wir fehlenden Schlaf nach, bevor es an die Erkundung der Umgebung geht.

Blick über Lugonjo, Entebbe, Uganda

Angekommen!

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