Entdeckungsfahrt auf den Zwillingsseen

Gespannt sind wir auf die Zwillingsseen Ruhondo und Burera die circa 20 Kilometer östlich von Musanze liegen. Die frühmorgendliche Anfahrt geht zunächst noch über gute Straßen, wird am Ende aber immer holpriger. Mittlerweile wissen wir den Vierradantrieb aber besser zu nutzen und kommen ohne Probleme an.

Lake Ruhondo

Wir lernen unseren Bootsführer kennen und machen zunächst eine kleine Runde über den tiefer gelegenen Ruhondo. Wir legen in der Nähe des Wasserkraftwerkes an und machen eine kurze Wanderung hinauf zum Burera, die uns durch kleine Siedlungen inmitten von Äckern führt. Das Panorama mit diversen Inseln und den Bergen im Hintergrund ist wunderschön, auch wenn der massive Vulkan Muhabura im Nebel verborgen bleibt. Der ursprüngliche wasserfallartige Abfluss ist durch eine Sperrmauer gestaut, um das natürliche Gefälle zur grünen Stromgewinnung zu nutzen.

Danach fahren wir weiter am Ufer entlang, um eine Familie zu besuchen, die mit uns ihr traditionelles Essen teilen wird. Dieses besteht aus einem Eintopf aus roten Bohnen, Kochbananen und Kürbis, alles selber angebaut. Serviert wird die Mahlzeit auf einem großen Banananblatt, um das man sich auf dem Boden herum setzt. Gegessen wird mit den Fingern. Das ganze schmeckt sehr lecker, könnte aber etwas Gewürze oder Schärfe vertragen. Abwechslung zu diesem täglichen Mahl gibt es nur, wenn gerade keine Saison für Bananen ist und stattdessen Maniok verwendet wird. Das Geld für das Essen stecken wir der Köchin zu; leider wird es direkt von ihrem Mann eingefordert was sie nicht gerade glücklich macht.

Nachdem wir noch ein paar mehr Leute im Dorf kennen gelernt haben und mit einigen Kids auf einem Wassertank herum getanzt haben fahren wir ein Stück weiter am Ufer entlang. Wir treffen einen Bananenbierbrauer und bekommen einen kurzen Workshop in die Herstellung dieses Getränks, natürlich nicht ohne eine bereits fertige Flasche kreisen zu lassen. Zunächst werden Bananen zerkleinert und mit Hilfe von langen, vertrockneten Palmenblättern zu einem Brei zermatscht. Dann wird eine Hefe und Wasser hinzugefügt und dann wartet man bis alles genug fermentiert ist, das war es im Grunde schon. Ein Bier ist das also eigentlich nicht, eher eine Art Federweißer auf Bananenbasis.

Einen Spaß machen wir uns, indem wir eine unbewohnte kleine Insel „entdecken“ und für mich deklarieren: die Isle de la Rue! So wird sie bei Google Maps eingetragen, also ist es die Wahrheit.

Auf dem Weg zurück zum Ausgangspunkt übernimmt Katrin das Steuer und schlägt so eine kleine Scharte ins patriachale Denken („Wow, she can do everything!“).

Eine Trübung erfährt der schöne Tag, als der Bootsinhaber plötzliche doppelt so viel Geld verlangt wie ursprünglich ausgemacht und erst nach einer ärgerlichen Diskussion davon ablässt. Man kann es ja mal probieren.

Auf der Rückfahrt wird es dunkel, weshalb wir super aufpassen müssen. Auf den unbeleuchteten Straßen sind ja immer sehr viele Fußgänger und Radfahrer ohne Licht unterwegs. Klappt aber alles unfallfrei! Nach einem schnellen Abendessen fallen wir nur noch erschöpft ins Bett.

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