Archiv der Kategorie: Subhalbkugel

Die Gärten von Entebbe

Zur weiteren Akklimatisierung besuchen wir den botanischen sowie den zoologischen Garten von Entebbe.

Botanischer Garten

Den botanischen Garten lassen wir uns von einem der am Eingang wartenden Guides zeigen. Sein Name ist Toni, er hat Touristik studiert und würde gerne bei den Gorillatrackings im Westen des Landes arbeiten. Ohne gute Beziehungen zu Menschen in der Regierung sei das aber sehr schwierig, weshalb er momentan als Volunteer im Garten arbeitet und Touristen wie uns gegen ein Trinkgeld den parkähnlich angelegten Garten zeigt.

Was im Vergleich zu ähnlichen Einrichtungen in Europa schnell auffällt: hier kann man zwischen den hohen Bäumen mit seinem Auto hinein fahren und ein Picknick machen. Direkt als nächstes fallen natürlich die Affen auf, die entspannt auf uns zugelaufen kommen. Toni füttert sie mit ein paar Erdnüssen, was notwendig sei, damit sie den Park nicht verlassen. In der Stadt würden sie nur für Ärger sorgen – und Ärger bekommen.

An interessanten Bäumen bleiben der aufgrund seiner Wurzeln so benannte „Crocodile Tree“, der nach seinen Früchten benannte „Cannonball Tree“ und der wegen seiner Wuchsform „Umbrella Tree“ Genannte in Erinnerung. Außerdem wachsen hier rote Ananas und gewisse Pflanzen, die man auch in deutschen Wohnungen findet – eben nur viel kleiner.

Als wir uns dem Ufer des Viktoriasees nähern fährt uns ein übel riechender Gestank in die Nase. Die am Ufer ihren Abschluss feiernde Schulklasse scheint das nicht zu stören. Im letzten Jahr gab es hier außerdem ein Hochwasser, was einen Steg und ein Restaurant zerstört hatte. Zum Zustand des Viktoriasees belesen wir uns später mehr und setzen unsere Besichtigung zunächst fort.

In den Bäumen über uns sowie auf einigen Wiesen bekommen wir noch diverse Vögel zu sehen. Besonders faszinierend sind die Riesenturakos, die in kleinen Gruppen auf den Bäumen laufen, zwischen größeren Ästen umherflattern um zum nächsten Baum zu kommen, oder eine kleine Entfernung fliegen und dazwischen nur kurz inne halten.

Noch vor Einbruch der Dunkelheit sind wir via Matatu auf dem Weg nach Hause.

Zoologischer Garten

Offiziell heißt der Zoo hier „Wildlife Conservation Education Centre„, was den Anspruch ausdrücken soll, dass hier keine Tier (mehr) extra zur Besichtigung angeschafft werden, sondern dass aus Gefangenschaft befreite oder anderswie in Schwierigkeiten geratene Tiere, die nicht einfach in die Wildnis ausgesetzt werden können, hier eine artgerechte Heimat finden.

Es gibt nicht sehr viele Gehege, ihre Größen unterscheiden sich stark. Ein gemischtes Freigehege von Zebras, Antilopen, einem Elefanten und diversen Vögeln bewohnt, sowie die komplett eingezäunten Bereiche der Löwen, Jaguare, Nashörner und Tiger (Ein Tiger in Afrika? Der wurde mit einem Zoo in Südafrika gegen 25 Affen getauscht!) scheinen relativ groß zu sein, die eingepferchten Hyänen und Schuhschnabelvögel zeigen dagegen das deprimierende Verhalten, was ich als Kind schon so furchtbar fand und mich deshalb seitdem einen großen Bogen um solche Einrichtungen schlagen ließ. Man kann nur hoffen, dass diese bald ausgewildert werden können.

Neben einigen Fotografen sind sehr viele Schülergruppen unterwegs, denen eine kostengünstige Möglichkeit geboten wird, die Tiere ihrer Heimat kennen zu lernen. Denn selbst die für Einheimische stark vergünstigten Preise für Eintritt und Aktivitäten in den Nationalparks sind nur für wenige Familien zu stemmen.

Ganz kurz lernen wir eine Gruppe Studenten aus dem Südsudan und der Republik Kongo kennen, die schnell ein paar Fotos mit den „Muzungus“ machen wollen.

Die Runde beenden wir am auch hier übel stinkenden Seeufer. Doch selbst ein direkt am Strand endendes, großes Abwasserrohr hält einige Hartgesottene nicht vom Betreten des Wassers ab.

Um den Tag abzuschließen laufen wir zu einem Restaurant an der Nambi Road. Dort scheint es kein direkt sichtbares Problem mit dem Wasser zu geben und das Essen ist auch sehr lecker. Da es etwas länger als erwartet dauert sind wir nun das erste Mal im Dunkeln auf den Straßen unterwegs. Aber auch an diesem Abend bringen uns die Matatus wohlbehalten nach Hause.

Beginn einer neuen großen Reise

Eigentlich sollte diese Reise vor zwei Jahren starten. Eigentlich sollte sie auch wieder teilweise durch Zentralasien führen. Dann breitet sich SARS-CoV-2 auf der Erde aus und an Fernreisen war nicht zu denken. Zu Beginn des Jahres, die Pandemie ist nicht zuletzt dank der Impfungen großteils handhabbar, eskaliert Putins Russland den Ukrainekonflikt zu einem brutalen Angriffskrieg. Dabei hätte die Menschheit mit der Eindämmung der Klimakatastrophe bereits mehr als genug zu tun.

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