Ziwa Rhino Sanctuary

Beseelt nach drei Tagen Abenteuer tritt unsere Reisegruppe die Heimfahrt an. Da das Ziwa Rhino Sanctury, in dem 33 Breitmailnashörner ihrer Heimat finden, in Nakitoma im Bezirk Nakasongola auf dem Rückweg nach Kampala liegt, lassen wir uns auf halben Weg absetzen und besuchen dieses auf eigene Faust.

Nach einer Schließung von 50 Tagen infolge von internen Streitigkeiten der Betreiber, wurden 20 der 150 entlassenen Ranger wieder eingestellt. Diese beschützen die Rhinos 24 Stunden am Tag vor Wilderern, nach dem diese in den 80er Jahren von eben diesen während diverser Konflikte in Uganda ausgerottet wurden.

Im Rhino Sanctuary angekommen, werden wir mit Gummistiefeln ausgerüstet. Keine zwei Stunden später stehen wir inmitten dessen und keine 10 m von uns entfernt grasen völlig unbeeindruckt von uns erst zwei, dann fünf Rhinozerosse im sanften Licht der Abendsonne, kurz sogar von einem Regenbogen dekoriert.

Verträumt bestaunen wir diese aus kurzer Distanz. Ein Breitmaulnashorn hat beim Grasen (Breitmaulnashörner sind die einzige Art, die an Grasnahrung angepasst sind) den Anschluss seiner Gruppe verloren und folgt uns mit Rue als Schlusslicht, bis wir uns hinter einem Busch verstecken können. Dann dreht es sich um und trottet davon. Da Rhinozerosse schlecht sehen, aber dafür gut riechen können, ist eine Verwechslung mit seiner Gruppe ausgeschlossen und wir als Fremde entlarvt. 

Aus gebührender Entfernung versteckt sehen wir ein Muttertier mit seinem Jungen und können den ersten Annäherungsversuch dessen mit der Gruppe beobachten, der plötzlich recht energisch von dem Muttertier unterbunden wird. Bevor die Moskitos im Dämmerlicht mit uns Kontakt aufnehmen, suchen wir das Weite und fahren zum fünf Minuten entfernten Camp zurück. Bald suchen wir das Restaurant auf, das wir nach dem Abendessen aus Sicherheitsgründen nach Einbruch der Dunkelheit nicht ohne Ranger verlassen dürfen. So macht sich der Kellner auf dem Weg den Ranger zu holen, der uns dann in unser etwa 70 m entferntes Domizil eskortiert. Da den Rhinozerossen das Gras im Camp angeblich besser mundet als außerhalb, verbringen diese die Nacht gerne vor Ort. Ein Familie aus den Niederlanden erzählte uns, dass diese am Morgen nicht zum Frühstück konnten, da Rhinozerosse neben ihrer Unterkunft seelenruhig grasten. Bei so einem Anblick kann das Frühstück auch mal ausfallen.

Sportlich geht es am Morgengrauen weiter zur eventuellen Besichtigung des scheuen Schuhschnabels. Nach einer zwanzigminütigen Fahrt ins Feuchtgebiet, ist in etwa einen km Entfernung ein weißer Punkt im Schilf zu erkennen. Dank der Digitalzoomfunktion an Rues Kamera sehen wir tatsächlich den ominösen Schuhschnabel statuenhaft im Sumpf stehen. Beeindruckender empfinde ich die weite Sumpfland im Morgenlicht und dessen unzählige Gelbnuancen sowie das endlose Vogelgezwitscher. Allein der Landschaft wegen, ist der kleine Umweg auf dem Rückweg von den Murchison Falls unbedingt zu empfehlen.

Im Anschluss setzt man uns in ein Kanoe, das von einem einheimischen Fischer gesteuert uns durch einen Papyrussumpf schippert. Hier versucht man die ansässigen Fischer in das Projekt des Rhino Sanctury mit einzubeziehen und diese davon zu überzeugen den Schuhschnabel als touristische Attraktion und damit Einnahmequelle auch für jene nicht zu töten. Angeblich bringt der Schuhschnabel beim Fischen Unglück. Die Fischer verdienen sich ihr Geld durch das Übersetzen auf die andere Seite des Sumpfes. Durch den Bau einer Straße im Zuge der Erschließung der Infrastruktur nach den Ölfunden, werden diese Dienste bald überflüssig werden. Die Beteiligung an touristischen Aktivitäten soll hier als Ausgleich dienen.

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