Zugfahrt nach Mombasa

Im Jahr 2017 wurde die neue hochmoderne Eisenbahnstrecke zwischen Nairobi und Mombasa fertig gestellt. Seit dem fahren auf der alten Strecke keine Personenzüge mehr.

Die Technik wurde von einer chinesischen Firma bereit gestellt und ja, so ähnliche, riesige, futuristische Gebäude sowie eine Trassenführung auf Betonstelzen hatten wir in China auch schon gesehen. Allerdings wirkt das ganze etwas überdimensioniert und richtig schnell fahren die Züge auch nicht. Bei 100 km/h ist Schluss, mehr wäre in den Waggons auf dem Niveau eines 80er-Jahre-Intercities aber vielleicht auch ungemütlich. Richtig doof ist, dass beide Bahnhöfe weit außerhalb der Städte liegen. Im Fall von Nairobi ist die Straße oft so verstopft, dass man zwei Stunden benötigt um hin zu kommen – was nur mit einem Auto möglich ist. Wir sind zum Glück an einem Sonntag gefahren, da waren die Straßen leer. Auch hier wurde viel Geld in ein Prestigeprojekt versenkt, dabei hätte man die alte Strecke weit kostengünstiger sanieren und modernisieren können. Tickets kann man online buchen, und dann nur mit M-Pesa bezahlen. Am Bahnhof selbst geht das vermutlich auch. Auf jeden Fall empfiehlt es sich ein paar Tage im Voraus zu buchen.

Dieser ist übrigens sicherheitstechnisch ziemlich abgeschottet und es wird ein entsprechendes Sicherheitstheater veranstaltet. Alles Gepäck wird von zwei Hunden abgeschnüffelt und zweimal gescannt. Ein winziges Schweizer Taschenmesser müssen wir beispielsweise abgeben und unseren Pass mehrfach vorzeigen. Für Katzen gilt das alles nicht. Da streunen einige frei herum und betteln im Warteraum nach Essbarem.

Der Höhepunkt dessen passiert dann während der Fahrt. Ich versuche ein Foto von der Geschwindigkeitsanzeige zu machen, als mich ein Polizist im nächsten Wagen zu sich winkt und zur Seite nimmt, so dass keiner sehen kann, dass wir reden. Er möchte wissen was ich da mache und das Bild sehen. Dann fragt er mich ernsthaft, ob ich ein Muslim bin und aus einem dieser „funny countries“ komme (von denen er keines nennt). Nach meiner Antwort ist er zufrieden und meint, dass sie wegen Terror aufpassen müssen, aber ich würde ja aus einem „good country“ kommen, was mein Glück wäre, sonst hätte er mich jetzt verhaften müssen.

Dieses Bild hätte mich fast in den Knast gebracht

Leider hatte ich in diesem Moment keinen gefalteten 1000-Uganda-Schilling-Schein zur Hand den ich ihm hätte geben können, aber er lässt mich zum Glück auch so in Ruhe.

Ohne weitere Vorkommnisse kommen wir nach sechs Stunden in Mombasa an und haben immerhin einen kleinen Eindruck der Landschaft bekommen. Selbst Elefanten waren irgendwo in der Ferne zu sehen. Direkt IN Mombassa kommen wir aber nicht an, sondern am SGR Terminus, der noch weiter draußen liegt als der Flughafen. Von dort bieten sich gewohnt lautstark diverse Taxifahrer und Shuttledienste an. Wir haben aber bereits einen Transport organisiert und lassen uns direkt weiter nach Msambweni kutschieren.

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